Lophophora jourdaniana

Systematik
Ordnung: Nelkenartige Familie: Kakteengewächse Gattung: Lophophora Art: Lophophora jourdaniana, Habermann 1975
Verbreitung: wurde noch nicht in freier Natur gefunden, vermutlich reine Kulturpflanze (Hybride)
Besonderheit: Auffallen dunkelgrüne Farbe der Epidermis. Intensiv rote bis lila Blüten, teilweise durchgefärbt, teilweise gestreift, sowohl abgerundete Blütenspitzen als auch spitz zulaufende Blütenspitzen werden beobachtet. Jourdaniana neigt oft zu einer sehr starke Clusterbildung. Im Alter ausgeprägte, spitz zu den Areolen auslaufende Rippen.

Es besteht Uneinigkeit darüber, wie diese Varietät einzuordnen ist. Manche rücken den Jourdaniana näher an Lophophora williamsii, andere ordnen ihn eher der Diffusa-Gruppe zu.
Da es sich definitiv um eine Hybrid-Pflanze aus beiden Gruppen handelt (vermutlich Lophophora williamsii x Lophophora fricii), die Diffusa-Eigenschaften häufig aber klar durchschlagen, würde ich ihn eher der Diffusa-Gruppe zuordnen. Aber auch eine Zuordnung als eigene Gattung ist wohl denkbar und legitim.

Lophophora jourdaniana, intensiv durchgefärbte rot-lila gefärbte Blüten mit runder Blütenspitze. Typische Farbe und Clusterbildung

Lophophora jourdanianan

Lophophora jourdaniana mit spitz zulaufenden Blütenspitzen, deutliche und typische Ausbildung der Rippen am alten Kopf

Lophophora jourdaniana

Lophophora jourdaniana mit zwei Blüten

Lophophora jourdaniana

Lophophora jourdaniana, Seitenansicht

Lophophora jourdaniana Blüte

 

Lophophora Mutterpflanze

Systematik
Ordnung: Nelkenartige Familie: Kakteengewächse Gattung: Lophophora Art: Lophophora williamsii
Verbreitung: ? – vermutlich im gesamten Verbreitungsgebiet zwischen USA (Texas) und Mexiko.
Besonderheit: Hochwüchsig. Vermehrungsfreudig, oft gefördert durch viele Kindl welche sich aus oberflächennahen Wurzelsträngen bilden

Große Peyote Mutterpflanze

Was macht Lophophora-Mutterpflanzen so interessant/wo liegt der Unterschied zu „normalen“ Peyote-Kakteen?
Mutterpflanzen unterscheiden sich zu anderen Kakteen der Gattung Lophophora vor allem durch ein Vermehrungsmerkmal, welches sonst kaum zu beobachten ist: durch eine hohe Wahrscheinlichkeit der eigenständigen vegetativen Vermehrung durch Bildung von Ablegern/Kindl. Die Kindel entstehen meist aus oberflächennahen Wurzelsträngen direkt unter dem Kopf (Krone), mit der Zeit auch weiter von dieser entfernt. Nicht selten trocknen die von der Krone kommenden Wurzelgeflechte komplett ab, lösen sich auf und trennen so die daran sitzenden Kindel vollständig von der Hauptpflanze. Damit ist eine neue, eigenständige Pflanze mit selbständigen Wurzeln geboren. Die Verbindung zur Ursprungspflanze ist nun vollständig unterbrochen. Daher kommt der Name „Mutterpflanze“.

Lophophora williamsii peyote Mutterpflanze mit Blüten, Samenkapseln und Kindl

 

Lophophora Mutterpflanze Kindl Detailansicht – hier könnte demnächst eine vollständige Trennung zur Mutterpflanze stattfinden

 

Einige Lophophora Mutterpflanzen aus unserem Gewächshaus

 

Peyote Mutterpflanzen von Lophophora-williamsii.de

 

Schöne alte Lophophora williamsii Mutterpflanze in voller Blüte

Lophophora cristata

Man findet auch die Bezeichnungen: Lophophora f. cristata, L. forma cristata

Systematik/Art/Formengruppe: Eine Cristate oder Kammform kann alle Arten und Formengruppen von Lophophora betreffen.
Warum keine systematische Zuordnung? Die Cristate-Form ist keine Art an sich, sondern lediglich eine Abweichung vom bekannten Wachstumsmuster von Lophophora und kann bei vielen Pflanzen auftreten.

Lophophora williamsii peyote cristata –  Cristatenbildung bei einer älteren Pflanze

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Eine andere Form der Verbänderung (Cristatenbildung) bei Lophophora caespitosa

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Hier zu sehen die erste Teilung eines Kopfes zur Cristate

Was bedeutet cristata? Wie entsteht eine cristata-Form? Vermehrung von Lophophora cristata

Beschreibung
Unter einer Cristaten-Form (auch Verbänderung) versteht man bei Lophophora und anderen Pflanzen das Erscheinen von außergewöhnlichen Wuchsformen, die oft an einen Hahnenkamm erinnert. Die Cristata-Form ist unter den Pflanzen recht selten und kommt bei Kakteen, wohl durch bewusste Nachzucht, noch am häufigsten vor. Auf den oberen Bild ist ein Teil einer älteren Pflanze, darunter eine andere Art der Verbänderung zu sehen. Auf dem untersten Bild erkennt man einen Kopf, welcher sich gerade zu einer Cristatenform entwickelt.

Wie entsteht eine Cristaten-Form? – Ursachen
Eine Verbänderung ist eine unvollständige Verzweigung der Scheitelzellen eines Sprosses, wobei die Teilung noch gelingt aber das normalerweise folgende Höhenwachstum der beiden durch Teilung entstandenen Sprosse fehlschlägt. Durch die ständige Wiederholung dieses Prozesses an den so neu entstandenen Scheitelzellen entsteht die band- oder fächerförmige, zwangsweise seitwärtige Teilung.
Als Ursache für die natürliche Entstehung werden verschiedene Ursachen vermutet: Viren, Bakterien, Pilzinfektionen, auch tierischer Schädlingsbefall sowie Genschädigungen und spontane Mutationen.
Offensichtlich scheint die Verbänderung die betroffenen Pflanzen an sich nicht zu schädigen, was alte Exemplare (siehe Bild Trichocereus pachanoi cristata oben) deutlich belegen.

Vermehrung von cristaten Kakteen
Der einzig sichere Weg Lophophora-Cristaten zu vermehren ist der Weg über den Stecklingsschnitt, ggfs. sogar mit vorherigem Veredeln der Pflanze auf eine schnellwüchsige Unterlage.
Eine geschlechtliche Vermehrung von Lophophora f. cristata über Bestäubung und Samenbildung funktioniert nach allgemeiner Ansicht ebenfalls, wobei hier aber höchstens die Chance auf Entwicklung einer Lophophora cristata erhöht wird. Eine generative Vermehrung über Samen ist nicht garantiert.

Lophophora variegata

Man findet auch die Bezeichnungen: Lophophora variegatum, L. f. variegata, L. var. variegata

Systematik/Art/Formengruppe: Eine Variegation kann alle Arten und Formengruppen von Lophophora betreffen.
Warum keine systematische Zuordnung? Die Variegata-Form ist keine Art an sich, sondern lediglich eine Abweichung vom bekannten Farbmuster des Lophophora und kann bei einigen Pflanzen auftreten.

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Lophophora variegata mit sehr ausgeprägten gelben Farbabewichungen

 

Lophophora williamsii var. variegata mit der für diese Farbvariation typischen Musterung

Lophophora williamsii #peyote var. variegata

Was bedeutet Variegata? Wie entsteht eine Variegata-Form? Vermehrung von Lophophora variegata

Beschreibung
Unter einer Variegation versteht man bei Lophophora und anderen Pflanzen das Erscheinen gemusterter Farbabweichungen (Farbfehler) auf der Epidermis. Die Lophophora variegata Form ist extrem selten. Auf den oberen Bildern ist ein 3 Jahre alter Lophophora variegata mit einer typischen Musterung in den Farben grün-gelb zu sehen. Eine rötliche Verfärbung ist bei Lophophora variegata ebenfalls möglich. Die Musterung einer variegaten Pflanze kann streifenartig oder gefleckt, mit klar abgesetzten oder übergangslosen Rändern erscheinen.

Wie entsteht eine Variegata-Form? – Ursachen
Eine Variegation (selten auch Panaschierung genannt) entsteht auf natürliche Weise durch einen lokalen Mangel an Chlorophyll in der Epidermis, was zu einer gelben Färbung der betreffenden Stelle führt.
Eingelagerte Pigmente wie z.B. Carotin kann in solchen Bereichen zusätzliche Verfärbungen entstehen lassen. Carotin erzeugt eine rote Farbe.

Als Ursache für die Entstehung gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Tritt die Mutation sofort mit der Keimung des Lophophora auf, handelt es sich mit Sicherheit einen Gendefekt, welcher für die Farbmutation verantwortlich ist.
Wenn die Farbmutation erst später auftritt (ggfs. bei der Erwachsenen Pflanze) kann es sich sowohl um eine Virusinfektion als auch um eine Mangelerscheinung des betroffenen Lophophora handeln.

Vermehrung von variegaten Kakteen
Werden Variegata-Formen durch Pfropfung und Kindelgewinnung vermehrt und entsprechend selektiert, können chlorophyllfreie Pflanzen gewonnen werden. So entstehen bunte oder farblose Pflanzen, die auf eigenen Wurzeln nicht mehr überleben können. Das wohl bekannteste Beispiel aus der Welt der Kakteen ist der in jedem Gartenmarkt erhältliche „Erdbeerkaktus“ – eine markant rote oder gelbe, oft kindeltragende Kugel auf grüner Pfropfunterlage (Stamm).
In der freien Natur sind die Kakteen der Variegata-Form klar im Nachteil weil zu wenig überlebenswichtiges Chlorophyll gebildet wird. Sie erreichen in der Regel nicht die Geschlechtsreife um sich auf natürlichem Wege fortzupflanzen.
Eine Vermehrung zweier Lophophora variegata-Kakteen über Bestäubung und Samenbildung funktioniert nach allgemeiner Ansicht ebenfalls, wobei nicht nur variegate Pflanzensamen gebildet werden – die Chance auf weitere Variegata-Kakteen ist lediglich erhöht und kann durch weitere Samenvermehrung und Selektion weiter ausgebaut werden. Eine generative Vermehrung über Samen ist also nicht garantiert.

Lophophora williamsii caespitosa

Systematik
Ordnung: Nelkenartige Familie: Kakteengewächse Gattung: Lophophora Art: Lophophora williamsii caespitosa (auch var. caespitosa oder v. caespitosa)
Verbreitung: Bundesstaaten México, La Perdida

Lophophora williamsii caespitosa

Lophophora williamsii caespitosa mit Blüte

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Lophophora williamsii caespitosa, sehr große Pflanze

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Große Lophophora williamsii caespitosa-Gruppen

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Lophophora williamsii var. caespitosa Pflanzengruppen

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Lophophora caespitosa, sehr symmetrisch gewachsene, große Pflanze

Erkennungsmerkmale und Namensgebung des Lophophora williamsii var. caespitosa:
Der Lophophora williamsii caespitosa ist sehr leicht an seiner üppigen Kindelbildung zu erkennen.
Caespitosa bedeutet „rasenbildend“ – eine Anspielung auf die flächenfordernde, dichte Wuchsform. Ansonsten ist er im Aussehen (Farbe, Blüte, Früchte, Areolenbüschel…) ein echter „williamsii“, zu deren Gruppe er auch gezählt wird.
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Lophophora caespitosa Blüte und Frucht (Samenkapsel)

Der Caespitosa wächst überraschenderweise etwas langsamer als sein naher Verwandter. Und kann in wenigen Fällen eine Besonderheit aufweisen: Caespitosa-Gruppen können sich selbständig trennen (teilen).

Was bedeutet „Trennung“?
In der Natur neigen in sehr seltenen Fällen manche Lophophora caespitosa-Gruppen dazu, sich in zwei oder mehrere vollständig getrennte Pflanzengruppen mit eigener Wurzel aufzuspalten. Die Verbindung zur ursprünglichen Hauptpflanze wird dabei vollständig physisch aufgelöst.
Warum trennen sich Lophophora-Gruppen in seltenen Fällen?
Dies geschieht zum Selbstschutz. Mehrere eigenständige Pflanzengruppen mit eigenen Wurzeln haben bei schädlichen Umwelteinflüssen (Erkrankungen, Wetterbedingungen, Zerstörung durch Tiere oder Menschen…) weitaus höhere Überlebenschancen für Ihre Art.
Eine Trennung oder Inselbildung erkennt man am länglich gestreckten Wachstumsbild, der Bildung eines zweiten Hauptkopfes und einer deutlich sichtbaren Tal- oder Kerbenbildung zwischen den Köpfen; also der langsamen und in der Folge vollständigen Inselbildung mit freier Fläche zwischen den neuen Gruppen.

Im Gegensatz zu seinem nächsten Verwandten, dem Lophophora williamsii peyote (Einzelkopf), bildet die Caespitosa-Form selbst in hohem Alter kaum eine kräftige Rübenwurzel aus. Ansatzweise sind kleine Bildungen von Rübenwurzeln unter den größten Köpfen zu erkennen, aber diese erreichen nicht die Größe und Masse, wie sie bei einem Einzelkopf zu erwarten ist. Aus diesem Grund benötigt der Lophophora caespitosa auch nicht zwingend einen sehr tiefen Topf. Diese Variation fühlt sich z.B. auch in etwas flacheren Schalen sehr wohl.

Typische Wurzelbildung bei Lophophora caespitosa – ohne die Ausbildung von starken Rübenwurzeln

 

 


Lophophora fricii

Systematik
Ordnung: Nelkenartige Familie: Kakteengewächse Gattung: Lophophora Art: Lophophora fricii
Formengruppe L. diffusa:
Lophophora diffusa – Lophophora alberto-vojtechii, Lophophora fricii, Lophophora koehresii
Verbreitung: Bundesstaaten México, Coahuila -> Stadt Viesca sowie in und um die Laguna de Viesca*

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Lophophora fricii typische Formen

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Lophophora fricii mit geöffneten Blüten

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Blüten Lophophora fricii

 Lophophora fricii, ältere Pflanze mit 6 Blüten

Erkennungsmerkmale und Namensgebung des Lophophora fricii:
Lophophora fricii ist vor allem an seiner dunkelrosa bis roten Blüte zu erkennen. Daneben fällt die Farbe auf. Diese ist von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich, oftmals wirkt sie verwaschen oder ausgebleicht. Die Farbe variiert von blass grün bis blass olivgrün. Bei älteren Pflanzen ist die Haut manchmal in Nachbarschaft der Rippen schrundig. Die Rippen sind (diffusa-typisch) wenig ausgeprägt, verlaufen senkrecht in mehr oder weniger ausgeprägter Wellenlinienform. Diese Linien bilden, je älter die Pflanze desto deutlicher, das bekannte Sanduhr oder 8-Muster der diffusa-Familie. Die Höcker mit den Areolen treten oft deutlich hervor und erinnern bei starker Ausprägung an die Oberfläche eines Pinienzapfens.
fricii = Benennung nach dem tschechischen Kakteen- und Pflanzensammler Alberto Vojtěch Frič
Erstbeschreibung durch Habermann 1974

Form/Besonderheit: Der Lophophora fricii hat in freier Natur eine Besonderheit – er wächst sowohl auf Kalksteinerhebungen zwischen Steinspalten, als auch im Schwemmland. Interessant ist das caespitose (klumpen- oder rasenbildende) Wachstum in der Schwemmlanderde gegenüber der Neigung zur Einzelpflanze in Felsumgebung.* Die Vermutung, dass das Wachstum über die Erde direkt steuerbar ist (sattes Substrat / karg, steiniges Substrat) liegt mehr als nah. *Quelle: Cactus and Succulent Journal, Stalking the wild lophophora, Martin Terry, 2008

Farbe: Grüntöne verschiedener Nuancen, nicht immer gleichmäßig. Färbung wirkt oft blass. Bei älteren Pflanzen in unmittelbarer Nähe der Rippen stellenweise gelb-schrundiger aber glatter Belag.

Blüte: Der Lophophora fricii hat eine deutlich rot wirkende Blüte mit abgerundeten (wie williamsii) oder spitzen Blütenblättern (wie diffusa). Beides kommt mit Zwischenstufen, auch innerhalb derselben Blüte, vor. Die Früchte sind in aller Regel deutlich dunkelrot.

Lophophora fricii veredelt auf Pereskiopsis spathulata

Lophophora koehresii

Systematik
Ordnung: Nelkenartige Familie: Kakteengewächse Gattung: Lophophora Art: Lophophora koehresii
Formengruppe: Lophophora diffusa
Verbreitung: Bundesstaaten San Luis Potosí, Tamaulipas, México.

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Lophophora koehresii mit schön gewundener Rippenform

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Lophophora koehresii

Erkennungsmerkmale und Namensgebung bei Lophophora koehresii:
Lophophora koehresii (Lophophora diffusa var. koehresii) aus der Artengruppe diffusa ist in Aussehen des Kakteenkörpers und der Blüte (hell, längs gestreift) am ehesten mit dem Lophophora alberto-vojtechii vergleichbar. Augenfälligste Erkennungsmerkmale sind die (Formengruppe diffusa), spitz zulaufenden Blütenblätter der verhältnismäßig großen Blüte, die stark gewundenen Furchen der Rippen, die satt-dunkelgrüne Farbe (ohne Blau- oder Grautöne) und der kugelige Wuchs. Die Samen von Lophophora koehresii sind auffällig groß im Vergleich zu den anderen Lophophora-Arten.
koehresii = Benennung nach dem deutschen Entdecker Gerhard Köhres
Erstbeschreibung im März 1996

Form: Der Lophophora koehresii zählt zu den kleinwüchsigen Lophophora-Arten. Die Büschel oder Wollbildung der Areolen sind im Allgemeinen eher schwach entwickelt. Die Rippenmorphologie zeichnet sich durch flache, Tennisball- oder Sanduhrförmige Begrenzungen zur Nachbarrippe aus. Die Knoten mit den Areolen innerhalb der Rippen sind durch horizontale Rillen abgegrenzt, treten manchmal etwas nach außen und tendieren zum Versatz. Die Bei manchen älteren Exemplaren kann sich eine horizontale Gewebefalte (siehe Lophophora alberto-vojtechii) auf Grund des Eigengewichtes und der (relativen) Instabilität der Rippen, nahe dem Boden entwickeln. Lophophora koehresii wächst seiner Formengruppe entsprechend insgesamt eher kugelig.

In der Natur bevorzugt der L. koehresii lehmhaltige Schwemmlandböden (schlamm-, matschartig Konsistenz) im Flachland und benötigt weniger Kalkgestein im Boden als z.B. der bevorzugt in felsigen Hochlagen wachsende Lophophora williamsii.

Farbe: reines Dunkelgrün

Blüte: Der Lophophora koehresii besitzt eine große Blüte – in Relation zu seinem eher kleinen Wuchs und ganz deutlich im Vergleich zu Lophophora williamsii. Blütenblätter länglich, spitz zulaufend, hell mit lachsfarbenem oder zartrosa bis braunrosa, oft nur angedeutetem, Mittelstreifen. Außenfarbe der Blüte und Knospe kräftig braun bis braun-rosa. Die Frucht ist tonnenförmig gewölbt.

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Lophophora koehresii Blüte

Lophophora alberto-vojtechii

Systematik
Ordnung: Nelkenartige Familie: Kakteengewächse Gattung: Lophophora Art: Lophophora alberto-vojtechii
Formengruppe: Lophophora diffusa
Verbreitung: Bundesstaaten San Luis Potosi, Zacatecas, Nuevo León, México, Coahuila

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Lophophora alberto-vojtechii Blütenbildung

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Lophophora alberto-vojtechii Blüten

Erkennungsmerkmale und Namensgebung des Lophophora alberto-vojtechii:
Der Lophophora alberto-vojtechii kommt (wie auch L. koehresii und L. fricii) aus der Form- oder Artengruppe diffusa. Gut zu erkennen ist der L. alberto-vojtechii an seiner (vermeintlich) frühen Blüte und dessen Farbe, sowie dem für den Formenkreis typischen – wenn auch etwas abgeflachten kugelig-runden Wuchs.
alberto-vojtechii = Zusammengesetzt aus Alberto Vojtěch Frič (herausragender, tschechischer Kakteen- und Pflanzenkenner aus Prag *1882 – †1944) und Vojtech Myšák, Teilnehmer der Expedition, welche im August 2007 die ersten Lophophora alberto-vojtechii Kakteen fand. Erstbeschreibung 2008.

Form: Der Lophophora alberto-vojtechii ist die Zwergform der Gattung Lophophora. Wenn man einen Vergleich innerhalb der Art zieht, kommt der Lophophora alberto-vojtechii dem Lophophora koehresii vom äußeren Erscheinungsbild wohl am nächsten. Am auffälligsten ist das Erscheinen von Blüten ab einer Größe, bei der bei anderen Arten dieser Gattung noch lange nicht an Blütenbildung zu denken ist (ca. ab 1,5 cm Durchmesser und früher). Seine maximale Größe hat der L. alberto-vojtechii mit ca. 4,5-5 cm endgültig erreicht.
Lophophora alberto-vojtechii wächst im Vergleich zur Leitpflanze des Formenkreises Lophophora diffusa eher flach und hebt sich nicht so auffällig vom Boden ab wie dieser. Lophophora koehresii kommt, wie oben bereits erwähnt am nächsten und reizt zu Verwechslungen. In freier Natur zieht sich der L. vojtechii während der Trockenperiode gerne ganz ins Erdreich zurück, wo er durch Flugsand, Laub und ähnliches vor der Sonne geschützt ist. Sobald es regnet erhebt er sich sofort wieder aus seinem so entstandenen Schacht.
Lophophora alberto-vojtechii bildet seiner Größe wegen in der Regel nur 5 Rippen. Auffällig ist die schwache Entwicklung und Empfindlichkeit der Areolenwolle. Diese ist nur im Scheitel schwach ausgeprägt. Nicht selten lösen sich die Wollbüschel schon bei geringen äußeren Einflüssen vom Kakteenkörper und es entstehen kleine (geschlossene) Löcher also „nackte“ Areolen. Dadurch wirkt der L. alberto-vojtechii insgesamt sehr kahl.
Oftmals findet man bei älteren Kakteen von Lophophora alberto-vojtechii eine horizontale Gewebefalte nahe am Wurzelansatz, welche in der Diffusa-Familie (besonders bei Lophophora koehresii) im Alter häufig auftritt. Die Gewebefalte ist ein typisches Altersmerkmal und weist, wenn vorhanden, mit Sicherheit ein „erwachsenes“ Exemplar aus.

Bevorzugter Boden am Heimatstandort ist Schwemmland.

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Im Bild: Lophophora alberto-vojtechii. Schön zu erkennen ist die schwach ausgebildete Areolenwolle, die sich hier bereits, kaum aus der Mitte entstanden, schon in völliger Auflösung befinden.

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Lophophora alberto-vojtechii mit typisch horizontal verlaufender Gewebefalte.

Farbe: Die Farbe des Lophophora alberto-vojtechii ist mittelkräftig grau-grün mit Violettstich.

Blüte: Das äußere der Blütenknospe des L. alberto-vojtechii (siehe Bilder) besitzt stellenweise die grüne Farbe der Epidermis. Oftmals blüht der Lophophora alberto-vojtechii mit zwei oder drei Blüten gleichzeitig (Bilder oben/unten).

Die Blütenblätter sind sehr hell rosa, fast weiß mit einem prägnanten rosa bis rosa-bräunlichen Mittelstreifen in jedem Blütenblatt. Die Farbe variiert je nach Herkunftsgebiet der Pflanze (San Luis Potosi, Zacatecas, Nuevo León, México, Coahuila) mehr oder weniger einheitlich.
Eine Besonderheit ist die Form der Blütenblätter an sich – diese neigt (untypisch für den Formenkreis diffusa) zu abgerundeten Spitzen, trotz der an sich (für Form. L. diffusa) typisch länglichen Form.
Die geöffnete Blüte wirkt naturgemäß überproportional groß im Bezug auf den Kaktuskörper und – wegen der schwachen – Wollbildung bei alberto-vojtechii, oft wie auf einem grünen Stiel sitzend.

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Lophophora alberto-vojtechii Blüte – gut zu erkennen sind die Mittelstreifen der Blütenblätter.

Die Frucht des Lophophora alberto-vojtechii ist schmutzig gelb oder weiß, es soll sie aber auch in rosa geben. Fruchtform rundlich.
Die Samen sind tiefschwarz.

Lophophora_alberto_vojtechii_SamenLophophora_alberto_vojtechii_Samenkapsel
Lophophora alberto-vojtechii. Links mit frischer Frucht, rechts mit eingetrockneter Frucht (Samenkapsel)

Lophophora alberto-vojtechii in voller Blüte

Lophophora diffusa

Systematik
Ordnung: Nelkenartige Familie: Kakteengewächse Gattung: Lophophora Art: Lophophora diffusa
Formengruppe L. diffusa:
Lophophora diffusa – Lophophora alberto-vojtechii, Lophophora fricii, Lophophora koehresii
Verbreitung: Bundesstaaten México, Querétaro

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Lophophora diffusa

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Lophophora diffusa Blüte

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Lophophora diffusa Blüte

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Lophophora diffusa Blüten

Erkennungsmerkmale und Namensgebung bei Lophophora diffusa:

Der Lophophora diffusa ist sehr leicht an seiner glatten Form, der hellen Farbe, der Feinheit der Epidermis und der fast weißen Blüte zu erkennen.
diffusa = weit, ausgedehnt, verbreitet -> verweist auf die breite, nicht erhabene bzw. verwaschene Form der Höcker.

Form: Lophophora diffusa wächst sehr prall und kugelig-glatt, hebt sich recht hoch und deutlich vom Boden ab (bis zu 8 cm im Alter) und erinnert mit seinem Äußeren etwas an einen Tennisball. Er bildet keine deutlichen Rippen aus. Nach meiner Beobachtung entwickelt er schwächere Areolen (Haarbüschel) als andere Lophophora-Arten. Die Höcker bei Lophophora diffusa sind flach, fast verschwommen, und gegenüber verwandten Arten sehr breit ausgebildet. Die Epidermis wirkt insgesamt fein und glatt. Lophophora diffusa beginnt in der Regel nach 3-4 Jahren mit robust-kräftiger, aber nicht unbedingt zahlenmäßig hoher Kindelbildung.

In der Natur ist der L. diffusa in kiesig-sandigen Gebieten zu finden.

Farbe: die Farbe der Außenhaut (Epidermis) des Lophophora diffusa im Vergleich zu anderen Lophophora-Sorten eher fein ausgebildet und variiert von grün-hellgrün bis gelbgrün.

Blüte: weiße bis weiß-gelbliche Blüten, Blütenblätter spitz zulaufend, länglich.

Lophophora diffusa

Lophophora diffusa

Lophophora diffusa

Lophophora diffusa

Größter San Pedro Deutschlands

Eine kleine Überraschung für unsere Trichocereus pachanoi-Liebhaber:

Trichocereus pachanoi, San Pedro – eine riesen Entdeckung!

Nach gängiger Literatur wird der Trichocereus pachanoi in unseren Breitengraden nicht über 2m groß. Dies glaubte ich, gestützt auf Beobachtungen im eigenen Gewächshaus, bisher auch bereitwillig…bis mir diese Bilder zugesandt wurden:
Das wahrscheinlich größte bekannte Trichocereus pachanoi (San Pedro) – Exemplar Deutschlands

 

  Größter bekannter Trichocereus pachanoi Deutschlands
Bei diesem Pracht-Exemplar handelt es sich mit Sicherheit um den größten deutschen Trichocereus pachanoi (San Pedro-Kaktus).
Der Züchter ist vor wenigen Jahren verstorben. Nun wird er von seinem Nachfolger bestens in Ehren gehalten und gepflegt.
Der jetzige Eigentümer (möchte anonym bleiben) schickte mir
diese Bilder im Zuge einer Anfrage. Unzweifelhaft zeigt  sich hier eine einmalige Ausnahmepflanze eines San Pedro.
Besonderen Dank an den Besitzer für die Bildüberlassung.
Riesen San Pedro, Trichocereus pach. über 1,5 Stockwerke!