Einleitung – vegetative Vermehrung

Die Huichol-Indianer reißen den Peyote-Kaktus nicht einfach aus der Erde – er wird vielmehr mit einem Schnitt, kurz über dem Wurzelansatz, von der Wurzelrübe getrennt. Dies hat den einfachen und sinnvollen Grund, dass sich der Lophophora aus seiner Wurzel regenerieren kann. Meist treibt er dann sogar mehrere Köpfe (2-4) aus einer Schnittstelle heraus. Der abgeschnittene Kopf könnte sogar mittels Neubewurzelung (siehe Punkt 10) wieder zum Leben erweckt werden, was allerdings aus rituellen Gründen nicht geschieht. Es ist also in einem Arbeitsgang möglich einen Lophophora-Kaktus auf 2 Arten vegetativ zu vermehren:

• Kurz über der Wurzel abgeschnitten, treibt der Lophophora williamsii bei guten Bedingungen oftmals mit mehreren Köpfen neu aus.
• Bei einem Schnitt ab dem unteren Drittel des Kopfes oder höher treibt der Kopf i.d.R. eher mittig aus den Leitbündeln aus.
Die abgeschnittenen Köpfe und/oder neu entstandene Kindel können mit dem richtigen Substrat und am besten unter Verwendung eines wurzelfördernden Mittels (z.B. Neudofix Wurzelaktivator) neu bewurzelt werden.

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Seitlicher Neuaustrieb eines Kopfes bei Lophophora nach vollständigem Entfernen der ursprünglichen Krone (Totalschnitt, bis auf die Wurzel), Entwicklungszeit fast 6 Wochen

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Mittiger Neuaustrieb eines Kopfes bei Lophophora williamsii nach Schnitt durch das untere Drittel des Kopfes, der neue Kopf hat nur ca. 2-3 Wochen gebraucht um sich zu entwickeln

Info zum Bild Neuaustrieb Lophophora: Von der Abtrennung des Hauptkopfes bis zur Bildung des neuen Köpfchens vergingen knapp 6 Wochen, die Wurzel wurde in der Zeit normal weiter gegossen. Der Topf blieb nach dem Schnitt auf dem angestammten halbschattigen bis vollsonnigen Platz zwischen den unbeschnittenen Kakteen stehen.
Während zwei vollständig bewölkter Wochen in dieser Zeit wurde für die gesamte Lophophora williamsii-Sammlung eine LED-Leuchtstoffröhre eingesetzt.
->
Eine Sonderbehandlung zur Förderung des erneuten Austriebes bei Totalschnitt von der Wurzel ist grundsätzlich nicht notwendig. (sonniges Wetter vorausgesetzt)

Sehr leicht gelingt dies auch beim Trichocereus(Echinopsis)-pachanoi. Es sollte allerdings nicht direkt über der Wurzel gekappt werden. An der Schnittstelle, einige Zentimeter über der Wurzel, entstehen nach kürzester Zeit aus den Areolen neue Verzweigungen. Die Abschnitte können sofort (Neubewurzelung in Vogelsand oder Perlit + Wurzelaktivator) neu bewurzelt werden.

Ausführliche Anleitung dazu siehe:
Kapitel: Lophophora pfropfen/veredeln
Kapitel: Lophophora neu bewurzeln

Eine weitere Möglichkeit neue Köpfe bei Lophophora zu erzeugen ist das Pfropfen/veredeln auf einen anderen Kaktus, welcher bessere Wachstumseigenschaften als der Lophophora besitzt. Im unteren Bild haben wir einen Lophophora fricii auf Pereskiopsis spathulata aufgesetzt. Wem es nichts ausmacht solch eine schöne Pflanze zu zerschneiden, könnte die entstandenen Ableger abnehmen und neu bewurzeln.

Lophophora fricii gepfropft (veredelt) auf Pereskiopsis spathulata

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Lophophora-williamsii, Kindelbildung nach Totalschnitt knapp über der  Wurzel, nach ca.  12 Jahren,
in der Mitte ist die ursprüngliche Wurzel(Rest) noch gut erkennbar

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Interessante, natürliche Kindelbildung bei Peyotl (Lophophora williamsii var. caespitosa) aus dem Inneren des Hauptkopfes

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Peyote-Kaktus (L. williamsii var caespitosa) mit interessanter natürlicher Kindelbildung direkt aus der Mitte des 4cm-Hauptkopfes

Lophophora_williamsii_Keimling_4Koepfe_Nahaufnahme_445Seltenheit – ein Lophophora williamsii huizache, 4-köpfige Keimung

Lophophora williamsii peyote 2-Köpfe

 Ein besonders schönes Exemplar- Lophophora williamsii peyote, 2-köpfige Keimung
Info zum Bild Mehrköpfige Keimung bei Lophophora williamsii (El Huizache):
Die größeren Köpfe sind knapp 1cm groß und waren direkt bei der Keimung erkennbar, die kleineren Köpfe sind Nachzügler und etwa 3mm groß. Aussaat November Oktober 2012, Foto aufgenommen am 25.08.13. Das interessante ist die zweiköpfige Geburt; bei den Williamsii-Arten sehr selten, verzweigen sie sich in der Regel doch erst (wenn überhaupt) nach einigen Jahren oder im hohen Alter, wenn das Wachstumspotential des Kopfes annähernd genetisch ausgeschöpft ist.

*Von dieser Regel scheint eine einzigartige Ausnahme, lokal eng begrenzt, im Bundesstaat Tamaulipas, bei Miquihuana zu geben. Einzig an diesem Standort sollen mehrzweigige Lophophora häufiger vorkommen.

*Quelle: Cactus und Succulent Journal No 5 Sept-Okt. 2008, Martin Terry

Oft werden wir gefragt, ob es neben dem veredeln auf eine andere Kaktusart eine weitere Möglichkeit gibt, einen Lophophora zur aktiv Kindelbildung anzuregen – wir haben es versucht und waren erfolgreich indem wir in einem kleinen Lophophora williamsii direkt in die Mitte des Kopfes ein kleines, nicht zu tiefes Loch gebort haben. Das natürliche Wachstum des Kopfes wurde dadurch unterbrochen und der Lophophora damit gezwungen Ableger aus den Areolen anzulegen. Im unteren Bild kann man das Ergebnis nach a. 6-8 Monaten bereits gut erkennen.

Kopfbohrung Lophophora mit Seitentrieben

Lophophora williamsii erzwungene Seitentrieben nach ausbohren des Kopfes

Vermehrung über Lophophora Mutterpflanzen:
Wer mit etwas Glück eine alte Lophophora-Mutterpflanze ergattern kann, hat ebenfalls die Möglichkeit den Peyote-Kaktus einfach und effektiv zu vermehren. Mutterpflanzen sind nichts Weiteres als sortenreine Lophophora (peyote) Einzelköpfe, welche sich in hohem Alter (zwecks Arterhaltung) auf natürliche Art durch Ableger (Kindelbildung) und/oder durch Bildung weiterer Hauptköpfe selbst vermehren. Lophophora-Mutterpflanzen sind nicht mit der Sorte L.w. caespitosa zu verwechseln, welche schon in jungen Jahren viele Kindel bilden und weitaus symmetrischer wachsen als die weitaus wilder aussehenden Mutterpflanzen. Echte Lophophora-Mutterpflanzen sind bei gleicher Größe weitaus älter als Caespitosa-Pflanzen. Die Vermehrung geschieht über Abtrennung oder aufsammeln von sich bereits gelösten Ablegern und deren Neubewurzelung.

Lophophora williamsii peyote Mutterpflanzen

Lophophora williamsii peyote, alte Mutterpflanzen

Video “Lophophora williamsii Mutterpflanzen” – eine kleine Auswahl unserer Mutterpflanzen aus dem Gewächshaus

 

Die Aussaat von Lophophora

a) Jahreszeit der Aussaat:

  • Außerhalb der Wohnung gelingt die Aussaat am besten zwischen Ende März (auf Nachttemperaturen achten, sicherheitshalber unter 5°C ins Haus holen) und Ende August.
  • In der Wohnung oder im Gewächshaus spielt die Jahreszeit keine Rolle wenn über Frühjahr, Herbst und Winter eine Temperatur zwischen 18 und 25°C gehalten werden kann und zusätzlich Pflanzenlampen* benutzt werden. Eine leichte Abkühlung über Nacht ist förderlich. Die Pflanzenlampen* können über Nacht für ca. 6-8 Stunden ausgeschaltet werden.

b) Aussaaterde (Substrat): Tipps zum Thema gibt es bis zur totalen Verwirrung. Gute Erfahrungen habe ich gemacht mit:

• mineralische Kakteenerde, gemischt mit 20-50% Kokohum zur Auflockerung, 5-10 % Perlit, Bims, Abdeckung Vogelsand oder Aquarienkies
-> hier gut belüften und beobachten. Gefahr der Schimmelbildung bei völlig geschlossenem Deckel über mehrere Wochen.
-> Kokohum wird eine leicht fungizide Wirkung nachgesagt
-> Perlit lockert das Lophophora-Substrat wie Kokohum auf und sorgt dazu für einen optimalen Wasserhaushalt
(Produktbeschreibung und Eigenschaften von Perlit -> im Shop, Produktseite Kakteenerde
-> optimales Wachstum

• mineralische Kakteenerde mit Perlit- oder Bims Zuschlag, Abdeckung mit Vogelsand oder Aquarienkies
Vorteil: Schimmelbildung bei ausreichender Belüftung minimiert.
Nachteil: Material neigt zum verdichten, Wachstum nicht ganz so optimal wie bei lockerer Mischerde.

• feiner Bimskies (0,2-0,25mm) ohne Zusätze und Abdeckung
Reiner Bimskies ohne weitere Zusätze eignet sich ebenfalls bestens für Aussaaten von Lophophora und den meisten anderen Kakteensorten. Vorteil: Bims ist ein rein mineralisches, leichtes und luftiges Vulkangestein, dass durch seine natürlichen Eigenschaften die Gefahr der Schimmelbildung bei Aussaaten minimiert. Bims als Aussaatsubstrat erzeugt sehr gute Auflaufergebnisse. Die Keimlinge können zum Umsetzen in Töpfe einfach und gefahrlos aus dem Substrat entnommen werden. Ein Abdecken der Samen ist bei Bims nicht unbedingt notwendig, da die Oberfläche durch Ihre körnige Struktur einen guten Feuchtekontakt zu den Samen herstellt.
• fertig gemischte spezielle Kakteen-Aussaaterde aus dem Kakteenfachhandel, Abdeckung mit Vogelsand oder Aquarienkies
Tipp_ohne_Hintergrund_60-> Eine speziell für Lophophora entwickelte Anzuchterde ist im Shop erhältlich.
Vorteile: Direkt und ohne weiteren Aufwand zur Aussaat zu verwenden. Sicher. Optimal abgestimmt. Bereits wärmebehandelt.
Nachteil: Es macht den meisten Lophophora-Züchtern einfach mehr Spaß, selbst zu mischen und Erfahrungen zu sammeln :)

Die Anschaffung mineralische Kakteenerde aus dem Fachhandel ist als Grundsubstanz für Eigenmischungen auf jeden Fall notwendig.
Zuschläge von Substraten auf pflanzlicher Basis sollten höchstens 50 % betragen. Für ein lockeres Aussaatsubstrat mit pflanzlichem Anteil kann, aufgrund seiner guten Eigenschaften, ein Kokossubstrat, verwendet werden. (erhältlich auch in gut sortierten Gartenmärkten)
Bei humus- oder torfhaltigem Zuschlag unbedingt darauf achten, dass man stark vorgedüngte Produkte vermeidet – je karger, also nährstoffarmer die Erde ist, desto weniger kann sich ein Pilz ernähren.
Bei Humuszuschlägen nur vollständig verrottetes Material verwenden! Unvollständig verrottetes Material (besonders gut bei Rindenmulchabdeckungen in Gärten zu beobachten) ist ein idealer Pilznährboden.
Lophophora williamsii braucht vor allem Mineralien und -wenn überhaupt- wenig pflanzliche Bestandteile im Substrat.

Weitere Info zur mineralischen Erde siehe auch: Lophophora-Substrat

Zusammengefasst: Mineralische Erde ist unbedingt erforderlich. Alle Nährstoffträger, vor allem Dünger, handelsübliche Blumenerde, vorgedüngte Kakteenerde usw. weglassen. Kokohum ist unproblematisch. Anishaltiger Vogelsand oder Aquarienkies zur Abdeckung  ist empfehlenswert. Perlite regulieren den Wasserhaushalt und geben dem Substrat Luft und Leichtigkeit.

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Mineralische Kakteenerde für Lophophora und Pressballen aus Kokohum

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Sehr hohe Auflaufquote von Lophophora williamsii unter Verwendung von Bims

c)Aussaatgefäß: Als Aussaatgefäß eignet sich vieles, was bereits im Haushalt vorhanden ist. Durchsichtige Frischhalteboxen oder Schalen mit Deckel (eine Klarsichtfolie oder Glasplatte ist ebenfalls als Abdeckung geeignet) funktionieren sehr gut. Ein Zimmergewächshaus ist die sicherste und unkomplizierteste Variante.Worauf es ankommt, ist:

  •  eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit (gespannte Luft)
  •  Luftaustausch (ggfs. bei Eigenbau Löcher bohren oder für einen einfach zu öffnenden Deckel sorgen)
  •  eine ständig feuchte Oberfläche (auch dafür leicht zu öffnender Deckel wichtig)
  •  genügend Licht im Aussaatgefäß (die Seitenwände sind ebenfalls durchsichtig)
  • Substrathöhe ca. 3-3,5 cm (nicht mehr)
  •  Platz bis zum Deckel mindestens 4 cm, maximal 20 cm

Besitzt das potentielle Aussaatgefäß diese Kriterien, ist es richtig!

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Verschiedene Aussaatgefäße für den Lophophora williamsii. Die leicht geöffneten Deckel über Tag garantieren feuchte “gespannte” Luft und beugen dem Pilzbefall der Keimlinge vor. Die abgebildeten Saatschalen enthalten ca.1.500 Samen.

Kleine Löcher in der Abdeckung und an den Seiten beugen Pilzbefall und Algenbildung vor. Sind die Löcher zu groß, wird die Oberfläche schnell austrocknen und die Keimung einiger Samen verhindern. Eine weitere Lüftungsvariante ist das leichte Öffnen des Deckels am Tag (nur einen Spalt) und Schließen in der Nacht.
In der Keimphase muss die Oberfläche immer leicht feucht gehalten werden. Über mehrere Tage angefeuchtete Lophophorasamen, die noch einmal ganz austrocknen keimen, in der Regel nicht mehr!

d)Wasser:  In der Keimphase (und nur dann) kann Leitungswasser verwendet werden.
Nach meiner Erfahrung ist auf Dauer reines Regenwasser immer noch das Beste. Lophophora-Kakteen vertragen dauerhaft keinen gelösten Kalk im Gießwasser. Wenn sie ausdauernd mit kalkhaltigem Wasser gegossen werden, leiden sie mit der Zeit an einer hässlich braunen Ablagerung direkt über der Erde. Das Substrat wird immer alkalischer, der Kaktus kann sich nicht mehr vernünftig entwickeln und kann sogar absterben.

e) Die Aussaat in der Praxis: Sind das Substrat, die Samen, das Aussaatgefäß und eine Sprühflasche beisammen, kann es losgehen!

Das Substrat wird in ein geeignetes Aussaatgefäß gefüllt und leicht angedrückt, so dass es eine ebene Fläche bildet. 3 bis 3,5 cm Substrathöhe sind richtig. Mehr Substrathöhe kann zu viel Wasser stauen und ist damit schädlich.
Anschließend wird das Substrat vollständig mit einer Sprühflasche befeuchtet.
Wichtig – es darf keinerlei Staunässe entstehen! Überschüssiges Wasser aus geschlossenen Schalen unbedingt entfernen. Peyote gedeiht nicht im Morast  – etwas mehr als handfeucht ist ideal.
Die Samen nun auf die geglättete Oberfläche des Substrates legen und leicht andrücken.

  • Nicht mit Erde überdecken, Lophophora williamsii ist ein Lichtkeimer!

Ein guter Bodenkontakt von drei Seiten sollte bestehen, welcher durch das andrücken schon gewährleistet wird. Eine leichte Schicht Vogelsand verhindert Pilzbildung durch Anisöl und sorgt dafür, dass die Wurzeln in die richtige Richtung, nämlich nach unten wachsen. Die Vogelsandschicht darf nur so hoch aufgefüllt werden, dass noch Licht durchdringt, was bei einer Sandschicht höchstens in Samendicke gewährleistet ist. Alternativ kann das Substrat auch locker mit Aquarienkies bestreut werden. Dann wird die Saatschale verschlossen.

Vogelsand (anishaltig) und geeigneten Aquarienkies gibt es in Tierhandlungen  oder im Kakteenshop.

Keinen Dünger zu diesem Zeitpunkt zugeben! Dünger ist eine gute Pilznahrung und kann Wurzeln und Jungpflanzen durch auslaugen schädigen oder abtöten! Schachtelhalmextrakt ist empfehlenswert und fällt in unserem Sinne nicht in die Kategorie Dünger. Perlite sind technisch gesehen Düngemittel, verursachen aber o.g. Probleme nicht. Eine moderate Zugabe von Perlit ist unbedenklich.

Fotoserie zur Aussaat von Lophophora williamsii mit Pflanzenlicht im Herbst 2012
Vorbereitung: Lophophora-Samen, Aussaatgefäß, Kokohum, Pflanzenlampe (hoher blau/rot-Anteil, 15 Watt), mineralische Erde, Vogelsand.

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50% vorgequollenes, leicht ausgedrücktes Kokohum und 50 % mineralische Kakteenerde werden vermengt. Jetzt kann das fertig vermengte Substrat noch mit Schachtelhalmlösung (20ml/5 Liter Wasser) besprüht werden, um Pilzerkrankungen zu vermeiden.

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Das vermengte Substrat wird gleichmäßig in der Saatschale verteilt und die Peyote-Samen lose darüber gestreut.
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Nun wird das Substrat mit einem glatten Gegenstand (im Bild ein einfacher Deckel) leicht flach gedrückt, wodurch die Samen guten Kontakt mit der feuchten Erde bekommen, aber an der Oberfläche (Licht!) bleiben. Für das anschließende Bestreuen mit Vogelsand eignet sich z.B. ein einfacher Pfefferstreuer. Bei Verwendung von Aquarienkies als Abdeckung, wird locker und einlagig abgestreut.

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Geschlossene Saatschale unter die Pflanzenlampe. Ergebnis der Aussaat nach einigen Monaten.


Bildung von grünem Belag auf der Oberfläche des Substrates nach der Aussaat – ist dieser schädlich? Was kann ich dagegen tun?

Wenn die Lophophora-Aussaat mit Vogelsand oder Aquarienkies abgestreut wurde, kann es durchaus vorkommen, dass dieser sich mit der Zeit hell- bis dunkelgrün verfärbt. Der grüne Belag ist eine für die Aussaat unschädliche Algenbildung. Die Grünfärbung ist allerdings ein guter Indikator, dass bisher zu schwach belüftet wurde.
Spätestens ab Auftauchen dieser Grünfärbung sollte für stärkeren und regelmäßigeren Luftaustausch gesorgt werden. Die grüne Farbe der Algen wird auch bei erhöhtem Luftaustausch nicht mehr verschwinden, was aber nicht weiter schlimm ist, da sie an sich nicht schadet.

Bildung eines grünen Algenbelages bei der Aussaat mit Vogelsand/Aquarienkies. Im Bild: Algenbildung bei einer Opuntia ficus-indica Aussaat.

Lophophora williamsii aus Samen ziehen, eine Zusammenfassung:

         Aussaatanleitung Lophophora, PDF          Aussaatanleitung Trichocereus pachanoi, PDF
Cover++Aussaatanleitung+Lophophora_250Cover+Aussaatanleitung+Trichocereus_250
Aussaatanleitung Lophophora-williamsii und Aussaatanleitung Trichocereus pachanoi. Autor: Alexander NeusiusDie wichtigsten Informationen zur Aussaat von Lophophora williamsii und Trichocereus pachanoi zusammengefasst.

f)Standort und Licht (natürliches Licht, Pflanzenlampen)

Standort der Aussaat mit natürlichem Sonnenlicht:
Das fertige Saatgefäß wird nach der Aussaat an einen sonnigen bis halbschattigen Platz gestellt. In der Wohnung ist das die Fensterbank Richtung Südost bis Südwest oder der überdachte Balkon bei angemessenen Temperaturen. Wer einen Garten hat, kann sie dort an einer geeigneten Stelle unterbringen. Im Gewächshaus sollten die Samenschalen wegen den z.T. sehr hohen Tagestemperaturen möglichst tief stehen.
Vorsicht! – die direkte Sonneneinstrahlung der Mittagssonne kann an manchen Tagen im Frühjahr und Anfang Hochsommer sehr stark sein. Wassertropfen, die sich an den Innenseiten des Minigewächshauses bilden, wirken dann wie kleine Lupen die evtl. vereinzelte Keimlinge verbrennen.
In einer extremen Hitzeperiode mit völlig wolkenfreiem Himmel schattiert man vorsichtshalber ein wenig (z.B. mit einem sehr leichten, durchsichtigen Tuch) oder stellt sie über die Mittagszeit halbschattig – beispielsweise hinter höhere Pflanzen.Info: In der freien Natur keimt Lophophora williamsii meist im Halbschatten –  unter Schutzsträuchern oder niedrigen Büschen. Ein halbschattiger Standort bietet noch genug Licht (gilt ebenso für Deutschland im Sommer), um eine ausreichende Helligkeit zu garantieren.

Standort der Aussaat mit Pflanzenlampen:
Sind die Lichtverhältnisse (beispielsweise für den Winter oder bei ungünstiger Fensterlagen in der Wohnung) schlecht, muss die Lichtversorgung der Aussaat durch Pflanzenlampen erfolgen. Eine Aussaat unter schlechten Lichtbedingungen macht keinen Sinn – entweder wird die Keimquote extrem schlecht sein, im schlimmsten Fall keimt gar nichts.
Mögliche Lampentypen: Leuchtstoffröhren, Pflanzen-Kompaktleuchtstofflampen, LED-Pflanzenlampen, Metallhalogenlampen.
Ich benutze im Winter zwei Varianten: sowohl eine Kakteen-Aufzuchtstation mit Leuchtstoffröhren als auch Versorgung mit LED-Pflanzenlicht.

Eine Aufzuchtstation mit Leuchtstoffröhren ist günstig selbst herzustellen und zu unterhalten: mit einem Tapeziertisch aus dem Keller, zwei Halterungen für die Leuchtkörper, ggfs. einer Zeitschaltuhr und den Leuchtstoffröhren selbst, ist man mit ca. 50-60 € durch. Für den Unterhalt kann man bei 2 Lampen zu 36 Watt und 8 Stunden Laufzeit etwa 4 € pro Monat rechnen.

Eine Alternative dazu sind Kompaktleuchtstofflampen (CFL Compact Fluorescent Light) mit speziellem Lichtspektrum für Pflanzen. Die Anschaffungskosten sind moderat, der Stromverbrauch niedrig. Die Leuchtmittel sind ab ca. 15 Watt (kleinstes Modell) erhältlich. Bei 1-2 Saatschalen sind 15-25 Watt Energiesparleuchtmittel für sehr gute Ergebnisse ausreichend. Es gibt natürlich auch Modelle mit 200 Watt und mehr für größere Projekte.
Die Farbtemperatur der CFL´s sollte für Aussaaten idealerweise um die 6500 K liegen. Duallampen mit sowohl 2700 K (Blüte) als auch 6500 K (Wuchs) sind ebenfalls geeignet.

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Kompaktleuchtstofflampe, kurz CFL (CFL=Compact Fluorescent Light) für die Pflanzenbeleuchtung, Typ: Duallampe
Zusammengefasst noch einmal die Möglichkeiten der Beleuchtung für Lophophora-Aussaaten:

Pflanzen-Leuchtstoffröhren:

  • sinnvoll wenn genügend Platz vorhanden ist, z.B. ein Aussaattisch darunter aufgestellt werden kann
  • viele namhafte Hersteller bieten gute Röhren mit speziellem Licht für Aussaaten an
  • sehr sparsam im Verbrauch und in der Anschaffung
  • auch gut geeignet für die Stecklingsbewurzelung (z.B. Pereskiopsis spathulata, Trichocereus pachanoi…)
  • keine Wärmeentwicklung
  • unsere Leuchtstoffröhren für Ihre Kakteenaussaat finden sie hier:
    NEUSIUS PFLANZENLICHT – Pflanzenlicht LED-Röhren für die Aussaat

Energiesparende Pflanzenlampen (CFL)*:

  • platzsparende Variante, Anwendung für den heimischen Gebrauch
  • Lichtfarbe weiß/blau mit 6500 Kelvin – werden oft vom Hersteller als “Grow” bezeichnet
  • kann bei Bauart mit Lampensockel E27 ohne weiteres in jede herkömmliche Glühbirnenfassung geschraubt werden
  • bei Lampensockel E40 ist zusätzlich eine E40-Fassung (i.d.R. sinnvoll kombiniert mit einem Reflektor) notwendig
  • günstig in Verbrauch und Anschaffung
  • kaum Wärmeentwicklung
  • leider ist diese Lampenart sehr anfällig

Metallhalogendampflampen:

  • seit Jahren bestens bewährt
  • für Großprojekte im professionellen Bereich
  • robust und zuverlässig
  • private Anwendung in größeren Räumen oder Gewächshäusern
  • Vorschaltgerät  und Reflektor mit E40-Fassung notwendig
  • hohe Wärmeentwicklung (kann in kühleren Räumen von Vorteil sein)

LED-Pflanzenlampen*:

  • neuster Stand in Technik und Entwicklung – für professionelle und private Anwendung uneingeschränkt geeignet
  • nur die benötigten Farbspektren werden ausgestrahlt
  • teurer als alle anderen Varianten, dafür langlebiger, nahezu Qualitätsverlust-frei.
  • für alle sinnvoll, die ausschließlich und über Jahre Premiumlicht ohne Zugeständnisse verwenden möchten
  • kaum Wärmeentwicklung

LED-Pflanzenlampe von Neusius Pflanzenlicht (für Aussaaten und Blüte/Wachstum bei Lophophora geeignet) im Betrieb

-> im Shop sind speziell auf die Bedürfnisse von Lophophora (Peyotl) passende Lampen erhältlich

Keinesfalls sollte zu einfachen Glühlampen oder Neonröhren gegriffen werden, da sie ein völlig unbrauchbares Lichtspektrum abliefern.

Weitere Informationen zu Pflanzenlampen und Leuchtstoffröhren  – siehe Kapitel 4. Umtopfen und finaler Standort oder auf unserer Webseite:

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Lophophora williamsii Samen-Aufzuchtstation mit Leuchtstoffröhren

Kakteen-Anzuchtanlage für Lophophora williamsii, Trichocereus pachanoi und Selenicereus grandiflorus. Im Vordergrund mit bereits geöffneten Saatschalen. Die Beleuchtungsdauer ist mit einer Zeitschaltuhr auf 10 Stunden pro Tag eingestellt.

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Frisch ausgesäte Lophophora-williamsii im Mini-Gewächshaus mit Leuchtstoffröhren – Lichtfarbe coolwhite, 6500 Kelvin (Experiment zur Ermittlung der besten Wellenlängen für die Aussaat)

LED-Pflanzenlampe Leuchtstoffrähre 60cm für Kakteenaussaaten
Unsere LED-Pflanzenlampe Leuchtstoffröhre 60cm für Kakteenaussaaten mit dem hochwirksamen Lichtspektrum 3500 Kelvin finden Sie hier: Pflanzenlampen LED-Röhren NEUSIUS Pflanzenlicht

Nach erfolgter Aussaat, heißt es Ruhe bewahren, beobachten und abwarten. Die ersten Samen laufen nach ca. 7-14 Tagen auf. Das Wachstumstempo der ersten Zeit ist im Vergleich zum späteren Wachstum sehr schnell. Man sollte sich also keine Gedanken machen, wenn das Ganze nach einiger Zeit ins stocken zu geraten scheint.

g)Nachgießen: Solange sich Feuchtigkeit in Form von Tropfen oder Beschlag an der Decke und den Seiten des Mini-Gewächshauses (siehe Bild oben) oder Aussaat-Gefäßes zeigen, ist genug Wasser vorhanden. Es wird immer dann mit kalkfreiem Wasser nachgesprüht, wenn die Oberfläche auszutrocknen droht. Die Feuchtigkeit der Aussaat sollte regelmäßig nachgesehen werden. Da die Gefäße bis auf einige Löcher und während der regelmäßigen Lüftungen geschlossen sind, halten sie das Wasser recht lange.
Ein Zusatz zum Gießwasser in Form von 20ml Schachtelhalmextrakt pro 5 Liter ist in dieser heiklen Zeit zu empfehlen, um die Gefahr der Schimmelbildung im Aussaatgefäß so gering wie möglich zu halten.

 

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Drucksprüher (Druckpumpzerstäuber) zum sicheren bewässern von Samen und frisch gekeimten Aussaaten

Aussaaten und junge Lophophora bitte nicht gießen, sondern besprühen. Dazu eine fein vernebelnde Sprühflasche verwenden. Nur so viel sprühen, bis das Substrat gut durchfeuchtet, aber nicht triefend nass ist.

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Aussaatbehälter mit ersten, frisch aufgelaufenen Peyote. Die Erde besteht aus 1/4 Kokohum und 3/4 mineralischer Kakteenerde. Abdeckung: Aquarienkies

h)Düngen: Dünger ist bei der Aussaat von Lophophora in den ersten Monaten absolut nicht zu empfehlen.

  • Bei zu früher Düngung riskiert man leicht einen Pilz oder “vergeilte” Pflänzchen. Vergeilen ist ein unnatürliches, zu schnelles Längenwachstum, welches sich sowohl bei zu hohen (Stickstoff-)Düngergaben als auch unzureichenden Lichtverhältnissen einstellt.
  • Die Salze des Düngers können die jungen, zarten Wurzeln der Lophophora-Aussaat durch Auslaugen (d.h. Wasserentzug) stark schädigen oder vollends zerstören
  • Wenn dem mineralischen Substrat etwas Kokohum beigefügt wurde entsteht ein leichter, tolerierbarer Düngeeffekt – höhere Dosierungen sollten es keinesfalls sein.
Entgegen der einer häufig geäußerten Meinung in Foren etc. wird eine Aussaat immer ohne Düngemittel durchgeführt.

Wer nur mineralisches Substrat ohne Kokohum verwendet und unbedingt düngen möchte:
– Dünger mindestens 3 bis 4-mal so hoch verdünnen, wie auf der Packung angegeben.
– Aussaat gut belüften, ohne die Oberfläche austrocknen zu lassen!
Vollzeitjob ;-)

i) Deckel endgültig entfernen: Der Deckel kann im Allgemeinen nach ca. 2 Monaten endgültig von der Saatschale entfernt werden. Samen, die bis dahin nicht gekeimt sind, kommen auch nicht mehr.

j) Wasser nach dem endgültigen Öffnen der Aussaatgefäße: Wenn der Deckel/die Folie vollständig entfernt ist, sprüht man mit Regenwasser immer erst dann nach, wenn die Erde vollständig bis zum Boden durchtrocknet ist. Unbedingt darauf achten, dass auch jetzt keine Staunässe entsteht.
Zu reichliches Befeuchten erzeugt im Wiederholungsfall Wurzelfäule und zerstört die Lophophora-Keimlinge mit Sicherheit. Wenn das Übergießen vermieden wird, ist die Saat ab jetzt vor Pilzbefall relativ sicher.

k) Makroaufnamen von Samen verschiedener Lophophora-Arten

Lophophora williamsii texana Samen

Lophophora fricii Samen

Lophophora diffusa Samen

Lophophora koehresii Samen

Lophophora decipiens Samen

Lophophora alberto-vojtechii Samen

 

Lophophora Umtopfen, Pflanzgefäße, finaler Standort, Pflanzenlicht

Das erste Umpflanzen in (Vierkant-)Töpfe geschieht am besten im Frühjahr, wenn die kleinen Kakteen ein robustes Stadium erreicht haben. Bei geeignetem Substrat (mineralisch, max. 1/4 Zuschlag von einem Kokossubstrat oder reine Kakteenerde) kann dies durchaus 1 Jahr auf sich warten lassen. Früher pikieren ist möglich – die Gefahr, die feinen Wurzeln ernsthaft zu beschädigen ist dann aber sehr groß.

  • Pikiert/umgesetzt wird der Peyote immer aus trockener Erde in trockene Erde.

Dazu nimmt man ein Stäbchen oder eine Gabel und lockert den angrenzenden Boden rund um die Kakteenbabys leicht auf. Dann greift man mit einem Löffel oder einem ähnlichen Hilfsmittel unter die einzelnen Lophophora, um sie vorsichtig aus der Erde zu heben. Dann werden sie in kleinen Gruppen (oder bei sehr kräftigen Gesellen auch einzeln) in kleine Töpfe mit mineralischer Kakteenerde und vorbereiteten Pflanzlöchern eingesetzt. Die vorbereiteten Pikierlöcher können mit einem Wurzelaktivator-Pulver (z.B. Neudofix-Wurzelaktivator) zum beschleunigten Anwachsen der Lophophora leicht bestreut werden.

Sollte man beim Umsetzten die Erde an den Wurzeln lassen?
Ja! Die Wurzeln des Lophophora williamsii und anderer Kakteen sollten beim Umsetzten nicht ganz von der anhaftenden Erde befreit oder gar mit Wasser gereinigt werden (trocken umsetzen!). Die umgebende Erde schützt die Wurzeln beim Umtopfen vor Beschädigungen. Die durch Reinigung unausweichlichen Verletzungen an der Wurzel wirken sich im Allgemeinen schädlicher aus als ein nicht ganz optimales Substrat, welches man evtl. loswerden möchte. Muss ein Substrat zwingend vollständig entfernt werden, kann ein geeigneter Pinsel zur Reinigung verwendet werden. Vor dem erneuten Einpflanzen sollten dem Lophophora einige Tage die Gelegenheit gegeben werden seine Wurzelschäden zu schließen. Die Kakteen sollten dazu an einen trockenen und halbschattigen Platz gelegt werden.

In Kakteentöpfe gehört eine Drainageschicht, welche schädliche Staunässe durch guten Wasserablauf verhindert. Als Drainageschicht eignet sich sehr gut: Blähschiefer, Tonscherben, Blähton, grober Aquarienkies.
Seramis und andere Wassersauger eignen sich als Drainage weniger gut, da sie Wasser mehr speichern als ableiten.

  • Eine Drainageschicht verhindert Staunässe durch ableiten von überschüssigem Wasser – keinesfalls stark wasserspeichernde Materialien verwenden, sonst besteht bei Lophophora die Gefahr der Fäulnisbildung.

Spezielle Rübentöpfe (erhältlich im Kakteenshop oder in sehr gut sortierten Gartenmärkten) sind gut aber in einem sehr frühen Stadium, bei ausreichender Höhe des Töpfchens, noch nicht zwingend notwendig. Grundsätzlich bietet der Vierkanttopf das beste Verhältnis zwischen Länge und Höhe und bildet mit seiner konischen Form genau den Platzbedarf der Rübenwurzel ab.

Die kleine Rübenwurzel sollte ganz im Substrat verschwinden, der grüne Kakteenkörper ein Stück herausschauen. Dann füllt man vorsichtig mit  Aqarienkies auf. Anfänglich ist der Kies oftmals genauso hoch wie die Kakteenkörper selbst – das ist in Ordnung, sie wachsen recht schnell darüber hinaus. Überdecken sollte man die Kakteen natürlich nicht.
Anmerkung: Im Bild wurde der Darstellung wegen Aquarienkies bis an den Topfrand bündig aufgefüllt – in der Praxis lässt man selbstverständlich einen Gießrand von ca. 5-12mm.


Querschnitt eines vorbereiteten typischen Vierkanttopfes mit Blähton als Drainage, mineralischem Substrat und Abdeckung aus Aquarienkies für den Lophophora williamsii

Aquarienkies sieht optisch gut aus, erfüllt aber noch eine weitaus wichtigere Aufgabe:
Der Aquarienkies hält das Substrat im Topf gleichmäßig und lange feucht (nicht nass!). Er sorgt für das perfekte Erdklima und schützt gleichzeitig durch schnelles Austrocknen seiner  Oberfläche den nässeempfindlichen Wurzelhals (Übergang Kopf/Wurzel) des Lophophora williamsii. Dies ist gerade bei Lophophora caespitosa wichtig, da die unteren Ableger (Kindel) sehr erdnah wachsen. Bei ständig feuchter Oberfläche steigt die Gefahr einer Fäulniserkrankung. Am häufigsten tritt dann der Rostpilz auf.

Lophophora williamsii peyote mit Rostpilzerkrankung der erdnahen Köpfe durch Kontakt mit ständiger Feuchtigkeit – weniger Substrat mit einer Schicht Aquarienkies hätte dies warscheinlich verhindern können.

Eine Abdeckung des Substrates mit Aquarienkies oder ähnlichem ist trotz seiner Einfachheit ein nicht zu unterschätzendes Hilfsmittel.

  • Wichtig! – Direkt vor nach dem Umtopfen wird niemals gewässert.

Man wartet nun mindestens 10 Tage mit dem Befeuchten der Erde. Nur so haben verletzte Wurzeln die Chance zu verheilen und die Wunden zu schließen.

Welche Pflanzgefäße oder Töpfe sind für Lophophora besser? Tontöpfe oder Plastiktöpfe?
Plastik!
Kakteen lieben Wärme – auch im Substrat. Die Verdunstung von Feuchtigkeit über die Wände unglasierter Tontöpfe bewirkt eine Abkühlung der Topfwand um ca. 3-4°C. Diese Abkühlung ist natürlich nicht tödlich für den Kaktus, und bewirkt allenfalls ein etwas verzögertes Wachstum…aber wer seinen Lophophora verwöhnen möchte greift zu Plastiktöpfen oder Töpfen aus glasiertem Ton.
Das von vielen “Tontopfverfechtern” oft angeführte Argument der besseren Belüftung und der vermehrten Bildung von Faserwurzeln mag für viele andere Pflanzenarten richtig sein – bei Lophophora wird dies effektiver über das Substrat geregelt.

Mehr zu Lophophora-Substrat: Kapitel Lophophora-Substrat

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Nach gut einem Jahr pikierte Lophophora, sehr früh pikiert, nach ca. 6 Monaten
Lophophora williamsii nach dem ersten Umtopfen in typischen Rübentöpfen

So kann man die kleinen Peyote weitere 1-2 Jahre gedeihen lassen. Der richtige Zeitpunkt ein zweites Mal umzutopfen ist dann gekommen, wenn sie beginnen sich gegenseitig im Weg zu stehen.

Kleine Lophophora williamsii in typischen Rübentöpfen, ca. 0,4-0,8 cm Durchmesser

Lophophora williamsii 2-3,5cm Durchmesser, ausgetopft. Alter zwischen 4 und ca. 6,5 Jahre

a) endgültiger Standort: Die besten Standorte für Lophophora sind im Freien, vollsonnig (bei guter Gewöhnung) bis halbschattig. Wichtig ist die Möglichkeit vor Regen zu schützen. Ständig feuchtes Erdreich ist, besonders direkt am Übergang von Wurzel zu Kakteenkörper, immer gefährlich. Ein Balkon oder eine Terrasse, Richtung Süden mit Plexiglas- oder Glasdach schützen vor ständiger Nässe. Wer ein Gewächshaus im Garten hat, stellt seine Peyote natürlich dort hin.

In der Wohnung ist die innere Fensterbank eines möglichst hellen, nach Süden ausgerichteten, Fensters die beste Wahl.
Ein Fenster mit Ost-, West-, Nordausrichtung geht mal zur Überbrückung, ist aber als Dauerstandort nicht geeignet.

Lophophora williamsii im Garten

Alter Lophophora williamsii hängend unter einem Pavillon im Garten

 

Zwischenkapitel Pflanzenlampen Anfang

 

Pflanzenbeleuchtung bei Lophophora williamsii (Peyotl/Peyote)
Wenn sich keine geeigneten Lichtverhältnisse in der Wohnung finden lassen, muss in jedem Fall auf Pflanzenlampen zurückgegriffen werden. Es gibt diese in verschiedensten Arten – die Übersicht gibt Hilfe, welche Art der Beleuchtung in Frage kommt:

Grundsätzlich wird bei der Anwendung von Pflanzenlicht zwischen Blüh- und Grünpflanzen unterschieden. Bei Blühpflanzen, als weitere Unterscheidung,  die Wachstumsphase und die Blühphase. Von den Herstellern sind entsprechende Kennzeichnungen wie“Grow”, “Wachstum”, “6500 Kelvin”, “Farbtemperatur blau/weiß” oder “Flower”, “Blüte”, “2700 Kelvin”, “Farbtemperatur rot/gelb”angegeben. Dualleuchtmittel vereinen „Grow“ und „Flower“-Licht in einem Leuchtmittel. Das beste (und altbewährte) Pflanzenlicht, für Blüte und Wachstum ist neben den Dualleuchtmitteln ein Lichtspektrum von 3500 Kelvin. Leuchtmittel mit 3500K sind universell einsetztbar. Sie sind sowohl zur Anzucht als auch zur permanenten Beleuchtung aller Pflanzenarten absolut zu empfehlen.

Dies ist schon Hinweis für welche Pflanzenart (Grün oder Blühpflanze) und Wachstumsphase sie grundsätzlich geeignet sind:
(folgende Einteilung dient lediglich dem besseren Verständnis, unberücksichtigt dem Lichtbedarf einzelner Pflanzenarten)

  • Grünpflanzen – Growlampen ganzjährig
  • Blühpflanzen
    Flower (um Blüten einzuleiten, während der Blüte z.B. Frühjahr/Sommer)
    Dual oder 3500K (ganzjährig, hier kann die Blütenbildung über die Beleuchtungszeit geregelt werden)
    Grow (außerhalb der Blüte, z.B. in einer ausschließlichen Wachstumsphase oder Winterstandort)

Zum Allgemeinverständnis: Rotes Licht ermöglicht Längenwachstum und Blütenbildung, blaues Licht sorgt für kompaktes Wachstum.
Für gesundes und natürlich wirkendes Wachstum ist es wichtig, dass sowohl Rot als auch Blau als Lichtfarbe vorhanden sind.

Den Unterschied zwischen Blüh- und Wachstumslampe macht das Verhältnis der Lichtfarben zueinander aus. Eine gute Pflanzenlampe ist in der Lage, Pflanzen in einem völlig abgeschotteten Raum mit dem benötigten Licht zu versorgen.

Pflanzenlampen für Blühpflanzen (Flower, überwiegend rotes Licht) haben immer einen Blauanteil.
Pflanzenlampen für Wachstum (Grow, überwiegend blaues Licht) haben immer einen Rotanteil.

Die genaue Strahlungsverteilung kann in Diagrammen dargestellt werden:

Strahlungsverteilung_HPS_Flower

Diagramm Strahlungsverteilung HPS (Natriumdampflampe) 250 Watt. Beurteilung: hoher Gelb-/Rotanteil, wenig blau = Lampe ist auf Blüte, Frucht, Blühpflanzen, Blütenphase – allgemein “Ertrag” ausgelegt

Strahlungsverteilung_ESL_Grow

Strahlungsverteilung einer Energiesparlampe “Grow” mit 6500 Kelvin – mit sehr hohen Blauanteil ist diese Kompaktleuchtstofflampe überwiegend auf Grünpflanzen, Wachstum – oder Wachstumsphase von Blühpflanzen außerhalb der Blütezeit ausgelegt

Bei Leuchtstoffröhren (Stecklingsbewurzelung, Aussaaten) ist die Angabe der Farbtemperatur (Kelvin) in Form eines internationalen Codes direkt auf der Röhre aufgedruckt:

Farbwiedergabe_Leuchtsstoffr$C3$B6hren

Beispiel für die internationale Farbbezeichnung auf Leuchtstoffröhren

65 = 6500 Kelvin. Eine Leuchtstoffröhre mit 2700 Kelvin und sonst gleichen Eigenschaften würde demnach mit dem Code L 85 W/927bedruckt sein.

L 85 W = Leuchtstofflampe, 85 Watt

9 = Farbwiedergabeindex (Der Farbwiedergabeindex zeigt an, wie gut die Farbe des angeleuchteten Gegenstandes wiedergegeben wird – für den Züchter von Pflanzen nicht ganz so  wichtig wie  für den Pflanzenverkäufer. 8 ist gut, 9 sehr gut)

Lichtabsorption (Lichtaufnahme) von Chlorophyll / Photosynthese

Vereinfacht dargestellt benötigen Kakteen, wie alle Pflanzen Licht um Kohlenhydrate (Zucker), also Nährstoffe herzustellen. Die Umwandlung von Licht zu Kohlenhydraten übernimmt das Chlorophyll (Blattgrün) durch Aufnahme des Lichtes (Absorption) und folgende Umwandlung.
Bei diesem Prozess wird auch der für unser Ökosystem wichtige Sauerstoff hergestellt. Die für die Lichtabsorption wichtigsten Chlorophyllarten sind Chlorophyll a und Chlorophyll b.
Da sich das Absorptionsspektrum der beiden Chlorophylltypen unterscheidet, ist es für den Kakteenzüchter wichtig diese Werte zu kennen. So können die Eigenschaften von Pflanzenlampen sicher beurteilt werden.

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Grafik Absorptionsspektrum (Lichtaufnahme) von Chlorophyll a und b

Bei Energiespar- und Natriumdampf/Metallhalogenlampen ist in der Regel ist die Farbtemperatur der Pflanzenlampen angegeben – diese sollte zur Samenaufzucht und Wachstumsphase bei ca. 6500 K (blau/weiß) liegen, für die Blütenphase wählt man Lampen mit ca. 2700 K (gelb/rot). Duallampen verbinden beide Farbtemperaturen, sie leuchten mit 6500 K und 2700 K Farbtemperatur. Bei LED-Pflanzenlampen sind die Werte in nm (Größe der Wellenlängen) angegeben – mehr dazu siehe weiter unten.

(Farbtemperatur = der Lichteindruck, im menschlichen Auge, Angabe in K=Kelvin)

Schaubild Farbtemperatur

2.000 K  2.700 K(elvin)                                     6.700 K                                                                     12.000 K

Dies sind  wichtige Orientierungshilfen – ist keine besondere Angabe vorhanden und der Hersteller dazu noch unbekannt, sollte man am besten vom Kauf absehen. Es besteht die Gefahr, eine “normale” Glühlampe mit gefärbtem Außenglas und null Wirkung zu erwerben.

Weiter gilt es folgende Faktoren zur Auswahl einer Pflanzenlampe zu beachten:
Die Größe der zu beleuchtenden Sammlung
– besitze ich einen einzelnen Lophophora oder eine ganze Plantage?

Ein einzelner Lophophora williamsii oder eine kleine Gruppe:
Einzelne Pflanzen sind problemlos über eine Kompaktleuchtstofflampe (CFL= Compact Fluorescent Light), 15 oder 20 Watt ausreichend zu beleuchten. Wählt man ein kleines Modell mit integriertem Reflektor, welches in eine übliche Glühlampenfassung E27 passt, ist kein weiterer Aufwand notwendig. Das notwendige Vorschaltgerät ist in der Lampe integriert – nur eindrehen und Licht an!
!Achtung! Leider sind Kompaktleuchtstofflampen sehr empfindlich gegen jede Art mechanischer Einwirkung von außen wie z.B. Druck, Erschütterungen, usw. und müssen deshalb mit äußerster Sorgfalt und Vorsicht behandelt werden!
Fazit: Günstig in Anschaffung und Verbrauch, keine nennenswerte Wärmeentwicklung, gute Lichtausbeute. Für Einzelpflanzen und kleine Sammlungen geeignet.
Eine mittlere bis größere Kakteensammlung:
Hier empfiehlt sich aus Kostengründen die Anschaffung von CFL´s mit höherer Wattage (z.B. 125 oder 200Watt). Diese besitzen neben dem integrierten Vorschaltgerät üblicherweise einen E40-Schraubsockel, also ist auch eine entsprechende Fassung notwendig. Ein Reflektor mit bereits eingebauter, passender Fassung ermöglicht eine sichere und feste Montage und lenkt die Lichtstrahlen gezielt auf die Pflanzen. Um einen 100% sicheren Betrieb zu gewährleisten, sollte erwogen werden die Montage und Verkabelung einem Elektriker zu überlassen.
!Achtung! Leider sind alle großen Kompaktleuchtstofflampen, unabhängig vom Hersteller, sehr empfindlich gegen jede Art mechanischer Einwirkung von außen wie z.B. Druck, Erschütterungen, Transport usw. und müssen deshalb mit äußerster Sorgfalt und Vorsicht behandelt werden! Aus diesem Grund bieten wir die große Variante der CFL´s nicht mehr an.
Fazit: Günstig in Anschaffung und Verbrauch, irrelevante Wärmeentwicklung, gute Lichtausbeute. Zum Betrieb ist mindestens eine entsprechende Fassung E40 und sinnvollerweise ein Reflektor notwendig. Für mittlere bis große Sammlungen im privaten Bereich geeignet.
In Gewächshäusern, großen Kakteensammlungen und zur professionellen Anwendung:
In aufwendigen Privatsammlungen und in der gewerblichen Pflanzenzucht werden (noch) überwiegendNatriumhochdruckdampflampen (HPS) und Metallhalogenlampen (MH) von 250 -1000 Watt pro Lampe eingesetzt. Oftmals entscheiden sich Züchter/Liebhaber auch kleinerer Pflanzengruppen für diese aufwendige Art der Pflanzenbeleuchtung. Gründe sind die langjährig bestätigten, sehr zuverlässigen Ergebnisse, die weltweit mit HPS/MH-Lampen erzielt werden, die extrem gute Lichtausbeute und die allgemeine Robustheit dieser Lampenarten.
HPS und MH-Lampen benötigen neben dem Reflektor und der E40-Fassung noch zusätzlich ein externes und zur der Lampe passendes Vorschaltgerät. Im Gegensatz zu den Kompaktleuchtstofflampen ist dieses nicht fester Bestandteil der Lampe selbst. Fast alle Vorschaltgeräte für MH und HPS-Lampen sind für beide Lampentypen geeignet.
HPS und MH-Lampen werden im Betrieb sehr warm – der äußere Glaskolben wird im Betrieb bis auf 300 °C erhitzt, was bei sehr kleinen Räumen zu einem Wärmeproblem führen und sogar direkt schaden kann, wenn der Abstand zu den Pflanzen zu knapp bemessen ist. In manchen Fällen ist die Wärmeentwicklung allerdings auch ein angenehmer und gewollter Nebeneffekt, der in kühlen Räumen die Heizung spart.
Fazit: Die aufwendigste der vorgestellten Varianten in Anschaffung, Betrieb und Installation, sehr hohe Wärmeentwicklung (ggfs. Zusatzbelüftung durch Ventilatoren notwendig), hoher Stromverbrauch
Positiv: jahrelange Erfahrung und belegte Erfolge aus dem Bereich des professionellen Pflanzenbaubetriebes von Züchtern und Herstellern. Beste Lichtausbeute. Robust und unempfindlich im Einsatz. Auch im privaten Bereich schwören passionierte Züchter auf die HPS- und MH-Leuchtmittel als Pflanzenlampen.
In der privaten und professionellen Pflanzenzucht, unabhängig der Größe:
Das modernste und effektivste Pflanzenlicht stammt derzeit aus LED-Pflanzenlampen. Die einzelnen LEDs bestehen ausschließlich aus einer Lichtfarbe mit präzise definiertem Farbspektrum. Es muss (wie bei anderen Pflanzenlampen notwendig) nicht nach dem “Gießkannenprinzip” beleuchtet werden, d.h. ein möglichst hohes Lichtvolumen erzeugt werden um den wirklich notwendigen Spektren genügend Kraft zur Wirksamkeit zu verleihen. Die LED-Pflanzenlampe erzeugt also ausschließlich “reines” Pflanzenlicht – sonst nichts.
LED-Pflanzenlampen wurden bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich im Forschungsbereich von pflanzenerzeugenden Betrieben und Laboren genutzt. Sie halten mittlerweile durch höhere Herstellungsmengen und die damit verbundenen niedrigeren Preise Einzug in die Pflanzenzucht der Nahrungsmittelherstellung und nicht selten auch in Privathaushalte. Sie stellen den Qualitätsstandard der modernen Pflanzenzucht dar.Da nur 100% nutzbares Pflanzenlicht produziert wird, kann mit einem Bruchteil der bisher üblichen Wattage das gleiche Ergebnis erzielt werden.
Eigene Erfahrung: Ich habe im Jahr 2012 eine 400w MH und eine 250w HPS Lampe, die direkt nebeneinander im Gewächshaus parallel liefen, experimentell durch eine 180w LED-4-Band-Pflanzenlampe ausgetauscht.
Bestrahlte Pflanzen: Lophophora caespitosa, Lophophora fricii, Trichocereus pachanoi, Selenicereus grandiflorus.
Obwohl lediglich ein 8-Wochen-Versuch geplant, war die Entwicklung der Pflanzen so auffällig, dass ich bisher keinen vernünftigen Grund sah, sie nach Ende des Versuchs nochmal gegen die Ursprungslampen auszutauschen. Damit ist glaube ich, alles gesagt.

LED-Pflanzenlampen sind in aller Regel sofort betriebsbereit und mit der dafür  notwendigen Technik (Ventilatoren, Vorschaltgerät) ausgestattet. Bei einer guten Lampe sollte das Aufhängen und einstecken die einzige Arbeitsaufwand sein, der zu Betrieb notwendig ist. Tipp: Achten Sie beim Kauf von LED-Lampen auf den Erwerb mindestens einer “4-Band-” oder “5-Band-Lampe”. 4 bzw. 5-Band-LED bedeutet, dass für das voll-benötigte Farbspektrum 4/5 Wellenlängen erzeugt werden.
Beispiel einer optimalen Zusammensetzung einer LED-Lampe für starkes Wachstum und Blüte:
660nm Dunkelrot
630nm Rot
730nm (nahe dem Infrarot-Licht)
460nm Blau
440nm Dunkelblau
420nm (nahe dem UV-Licht)
LED-Pflanzenlampen sind – wenn man nur auf die Anschaffungskosten schaut – das teuerste Pflanzenlicht. Dieser augenscheinliche Nachteil wird aber schnell als zu oberflächlich erkannt. LED-Pflanzenlampen bieten eine unglaubliche Lebensdauer ohne Qualitätsverlust und (als einzige Pflanzenlampe) den Vorteil der annähernd 100%igen Lichtaufnahme durch die beleuchteten Pflanzen. Die Anschaffungskosten werden also im Laufe der Zeit durch die Qualität der Beleuchtung und die Lebensdauer mehr als gedeckt sein.
Fazit: Hohe Lebensdauer und ein bisher unerreicht hohe Absorptionsrate. Licht in höchster Qualität. Für kompromisslos qualitätsorientierte Anwender geeignet. Niedrige Stromkosten.
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LED-Pflanzenlampe von NEUSIUS PFLANZENLICHT, Typ “Grow” im Betrieb. LED-Pflanzenlampen finden Sie in unserem Shop für Pflanzenlampen -> www.pflanzen-lampen.de

Die Stromkosten
Was kann/will ich monatlich an Stromkosten investieren? – einfache Stromkostenberechnung für Pflanzenlampen
Natürlich spielen neben der Anfangsinvestition für Pflanzenlampen auch die laufenden Stromkosten eine Rolle. Diese sind je nach Aufwand der Anlage und Brenndauer der Lampen auf einer Skala von “unauffällig” bis “horrend” einzuordnen. Folgend eine einfache Anleitung zur Stromkostenberechnung von Pflanzenlampen.

Angaben, die ich zur Berechnung benötige:

Summe der angegebenen Watt aller Lampen (incl. Zusatzgeräte). Wie viele Stunden/Tag soll sie betrieben werden. Was kostet die Kilowattstunde bei meinem Stromversorger (€/kWh).

Formel:  (Wattage*Stunden)/1000*Preis in € = €/Tag
Beispiel mit einer Pflanzenlampe CFL 15 Watt, Brenndauer 8 Std./Tag, Strompreis 0,25 € pro kWh
(15 Watt x 8 Stunden) : 1000 x 0,25 € = 0,03 €/Tag    -> 0,9 €/Monat  -> 10,95 €/Jahr

 

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CFL (Kompaktleuchtstofflampe) mit intergr. Reflektor 20 Watt  und  CFL 200w

Metallhalogenlampe (Wuchs) und  Natriumhochdruckdampflampe (Blüte)

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LED 5-Band Pflanzenlampe Grow von NEUSIUS PFLANZENLICHT
(Blüte und Wachstum)

Die aktuellsten Informationen zu Pflanzenlampen und Pflanzenlicht  können Sie auch über diesen Link am Ende der Seite einsehen:  Info Pflanzenlampen

Kostenlose Infobroschüre zu Pflanzenlampen zum Download (PDF)

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Der kostenlose Ratgeber Pflanzenlampen beinhaltet alle relevanten Informationen zum Thema Pflanzenlampen, Pflanzenlicht und Entscheidungshilfen für die Anschaffung.

Zum Abschluss des Kapitels “Pflanzenlampen für Lophophora” noch eine letzte Orientierungshilfe aus meiner persönlichen Praxis.

Welche Pflanzenlampe nehme ich wann für Lophophora?
Gute Erfahrungen habe ich selbst gemacht mit:

  • WinterstandortDUAL/GROW
    Energiespar-Pflanzenlampen Dual, LED-Pflanzenlampen Dual aber auch die “Grow”-Typen unter den Pflanzenlampen wie Leuchtstoffröhren und Metallhalogenlampen taten gute Dienste. 3500 Kelvin geht immer. Alle Lampen mit kleinen Wattagen da für Lophophora am Winterstandort mit niedrigen Temperaturen eine schwache Grundbeleuchtung ausreicht. Beleuchtungszeit ca. 8 Std./Tag.
    Besonderheit: Bei Lophophora ist bei der Verwendung von Metallhalogenlampen (MH-Lampen) eine starke Frucht- und Samenbildung auch während der Wintermonate zu beobachten.
  • Am Sommerstandplatz (outdoor)*BLÜTE oder DUAL
    *Ziel – Verlängerung des Tageslichtes in den frühen Morgen- und späten Abendstunden.
    – Natriumdampflampen alleine funktionieren tadellos.
    – Metallhalogen- und Natriumdampflampen hoher Leuchtkraft die parallel in Betrieb sind, bringen etwas bessere Ergebnisse.
    – Led-Pflanzenlampen, ebenfalls “Dual” – bringen meines Erachtens mindestens die gleichen, evtl. sogar etwas bessere Ergebnisse, allerdings mit ganz erheblich niedrigeren Stromkosten. Sie benötigen für die gleiche Wirkung nur einen Bruchteil der Wattage von Metallhalogen- und Natriumdampflampen.
    Anmerkung: Eine Beleuchtung mit ausschließlich “Growlampen” im Bereich 6700 Kelvin haben sich bei Lophophora in meinen Versuchen nicht bewährt – das einzige was ich beobachten konnte, waren kraftlose, seltsam verknitterte Blütenblätter – sobald die Blütenlampen mit 2700K wieder zugeschaltet wurden, waren die folgenden Blütenbildungen wieder normal. 3500 Kelvin als Universallicht funktioniert ebenfalls tadellos.
  • Ganztägige Beleuchtung (indoor) im SommerDUAL (oder BLÜTE)
    Blütenlampen sind ok, aber klare Empfehlung: 3500 Kelvin oder DUAL-Beleuchtung: 2700K Blüte und 6700K Wachstum zusammen laufen lassen. Wenn möglich vereint in einem Leuchtmittel (häufig bei LED-Pflanzenlicht und Kompaktleuchtstoffröhren) oder eine Grow- Lampe und Flower-Lampe gleichzeitig betreiben.

Zwischenkapitel Pflanzenlampen Ende

 

Falls ein Standortwechsel an einen helleren Ort geplant ist:

  • Der Lophophora williamsii muss bei einem Standortwechsel mit erheblich hellerem Licht immer langsam an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnt werden. Ein leichtes Schattieren über gut 2 Wochen ist in dann von Vorteil.
  • Sind die Kakteen an das Licht gewöhnt, sind keine Verbrennungen mehr zu erwarten
    Ein leicht rötlicher Sonnenbrand legt sich nach einigen Wochen und ist ungefährlich
  • Bei Außenstandort und zu erwartenden Nachttemperaturen unter 5 °C gehört der Peyote sicherheitshalber ins Haus

Vorsicht! – den Lophophora williamsii nie aus der Winterruhe oder der schattigen Wohnung direkt in die pralle Sonne oder unter die Pflanzenlampe stellen!

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Kleine, ca. 1,5 jährige Lophophora williamsii nach der Winterruhe: gut vor Sonnenbrand geschützt durch einen netzartigen Stoff

Dieser Peyote-Kaktus ist durch zu schnellen Wechsel von Schatten zur prallen Sonne nach nur 2 Stunden völlig verbrannt

b) Gießwasser für Lophophora williamsii: Während Aussaaten in der Regel besprüht werden, werden größere Lophophora williamsii-Kakteen am besten “von unten“ gegossen. Das bedeutet, dass der Rübentopf mindestens zu 1/3, maximal bis knapp unter die Substrathöhe in Wasser gestellt wird (tauchen). Er sollte so lange darin stehen, bis sich die Kakteenerde ganz vollgesaugt hat. Anschließend lässt man das überschüssige Wasser ein wenig abtropfen und der Kaktus kann zurück an seinen Platz.

Wie lange müssen die Kakteentöpfe getaucht werden?
Es ist je nach Substratzusammensetzung sehr unterschiedlich – verlassen sie sich auf Ihr Auge. Wenn das Substrat an der Oberfläche ganz nass ist, kann der Lophophora sofort aus dem Wasserbad entnommen werden.

Warum soll man Lophophora nicht von oben gießen?
Das Eintauchen ist aus drei Gründen die beste Methode:

  • da nur bei vollständig abgetrocknetem Substrat gegossen wird, nimmt die Erde (je nach Mischung) schlecht Wasser von oben auf. Das Gießwasser läuft bei eingeschrumpftem Substrat einfach an den Innenrändern des Topfes am Substrat vorbei und wird nur ungleichmäßig feucht. Was oben eingegossen wird, läuft also in beinahe gleicher Menge unten wieder heraus und man kommt um mehrmaliges gießen nicht herum. Vernünftiges Substrat, Perlite und ein Zusatz von Kokohum mildern diesen Effekt.
  • ein durchdringendes Wässern von unten verhindert Schädlingsbefall an der Wurzel.
  • die Wollbüschel und Blüten werden nicht nass und pappen nicht zusammen.
  • Erdparasiten haben weniger Chancen, wenn durchdringend gewässert wird.

Das Wasser sollte am besten reines Regenwasser sein, wie es vom Himmel fällt. Da Wasser, ob aus Brunnen, Bach oder Leitung je nach Gegend immer mehr oder weniger Kalk enthält, sollte man davon nur im Notfall und zeitlich begrenzt Gebrauch machen Ein Stärkungsmittel wie Schachtelhalmextrakt kann alle 3-4 Wochen zugegeben werden (20ml/pro 5 Liter Wasser).

c) Gießen nach dem Umtopfen: Eine der häufigsten Fragen zum Thema lautet: “Wie oft gieße ich Lophophora williamsii?”

Regel für das Bewässern (tauchen) von Lophophora williamsii: (gilt nicht für die Winterruhe)
Der Lophophora braucht Wasser, wenn das Substrat vollständig durchgetrocknet ist.

Zeitspannen (1-mal in der Woche, 1-mal im Monat….) spielen überhaupt keine Rolle. Wer sich auf das Substrat verlässt, liegt immer richtig! Vorzugsweise sollte nur an zusammenhängend sonnigen Tagen gegossen werden. Tageszeit: Immer abends bzw. morgens, nie in der Mittagssonne.

Für die viele Kakteenliebhaber ist es anfänglich etwas schwer einzuschätzen, ob das Substrat ganz trocken ist oder nicht.
Deshalb hier zwei kleine, einfache Tipps für die ersten Monate mit dem neuen Peyotl:

  • den Topf über Nacht auf eine Glas- oder Metallplatte stellen. Hat sich morgens unter dem Blumentopf eine feuchte Stelle gebildet ist noch Feuchtigkeit in der Erde. Ist unter dem Topf alles staubtrocken, kann der Lophophora definitiv gegossen werden.
  • ein passionierter Kakteengärtner machte mich auf folgende Methode aufmerksam: stecken Sie einen auf Größe angepassten, hölzernen Schaschlikspieß in das Substrat am Topfrand. Wenn sie Ihn herausziehen sehen sie am Holz (Prinzip Ölstab) ob noch Feuchte in Substrat enthalten ist. Anm.: Stäbchen immer wieder in das gleiche Loch stecken, sonst drohen Wurzelschäden! Dieser Tipp ist von R. Geurtz, NRW. Besten Dank!

Je besser man seine Pflanzen kennt, desto leichter fällt die Einschätzung. Ich hebe meine Töpfe nur kurz an, und erkenne sofort am Gewicht, wann es soweit ist.

Tipp:  Aquarienkies unterstützt ein gesundes Topf- und Wurzelklima durch langes halten von gleichmäßig verteilter Feuchte!

d) Düngen: Eine Woche nach dem ersten Umtopfen kann gedüngt werden. Die Kakteen vertragen ab jetzt gut die normale Düngermenge.
Ich empfehle eine schwache Düngung alle 4-5 Wochen. Bitte nur stickstoffarmen Kakteendünger verwenden!

Warum sollte bei Lophophora stickstoffarmer Dünger verwendet werden? – siehe Kapitel Der richtige Dünger für Lophophora

e) Wie schnell wächst Lophophora?  Wie alt ist mein Lophophora?

Das Größenwachstum von Lophophora williamsii

Das Wachstum von Lophophora williamsii hängt von vielen Faktoren ab: Sorte,  Licht, Standort, Dünger, Substrat, Temperatur und Winterruhe gehören zu den Wichtigsten. Da keine zwei Züchter ihre Lophophora genau gleich behandeln und pflegen gibt es z.T. erhebliche Unterschiede. Als Richtwert für das Wachstum eines gesunden Lophophora kann man folgendes annehmen:

Lophophora williamsii wächst pro Jahr ca. 0,5-0,6 cm.
Durch hohe Düngergaben kann das Wachstum von Lophophora auf ca.1 cm/Jahr erzwungen werden. Dies hat allerdings aufgetriebene, strukturschwache Peyote-Kakteen zur Folge, die sehr krankheitsanfällig sind und zur Fäulnis neigen. Die mühsam übers Jahr ergatterten zusätzlichen Millimeter Wachstum werden also teuer mit dem sicheren Verlust einiger Pflanzen aus der Sammlung bezahlt. Nicht zu empfehlen! Eine solide, dem natürlich langsamen Wuchs des Lophophora angepasste Pflege ist der beste Schutz gegen Pflanzenverlust und Erkrankungen des Lophophora williamsii.

Wie alt ist mein Lophophora?

Bei einem Peyote-Kaktus, der eine gesund-kräftige Farbe besitzt, nicht unnatürlich aufgebläht wirkt oder Risse in der Epidermis hat (Hinweis auf erzwungenes Wachstum) kann man von 0,6 cm/pro Wachstum in den letzten Jahren ausgehen. Bei Lophophora williamsii caespitosa etwas weniger, hier würde ich eher 0,4-0,5 cm ansetzen. Lophophora alberto-vojtechii nicht mehr als 0,4 cm pro Jahr.

Beispiel Altersberechnung Lophophora: ein Lophophora, gesund gewachsen, von 4 cm Durchmesser ist demnach zwischen 6,5 und 8 Jahre alt. (6,5 Jahre bei angenommenen 0,6 cm/Jahr und 8 Jahre bei 0,5 cm/Jahr )
f) Lophophora williamsii und Kalk (im Gießwasser, im Vogelsand, Substrat…)
Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass ich auf der einen Seite kalkfreies Gießwasser, auf der anderen Seite aber kalkhaltige Substanzen wie mineralisches Substrat oder Vogelsand empfehle. Wie passt das zusammen?

Dazu muss man folgendes wissen:
Lophophora, vor allem die Sorte L. williamsii, wächst in seiner Heimat ausschließlich in Kalkböden (im Schwemmland am Fuße von Kalksteingebirge und sogar direkt an Kalksteinhängen). Das bedeutet, dass der Lophophora williamsii gebundenen Kalk in Form von  Gestein unterschiedlicher Größe nicht nur gewohnt ist, sondern offensichtlich sogar benötigt!
Im Wasser gelöster Kalk dagegen ist nach meiner mehrfach bestätigten Erfahrung damit nicht zu vergleichen –  vor allem bei der Kultivierung in Blumentöpfen. Bei ausdauernder Verwendung von kalkhaltigem Wasser wird die Kalkmenge im Topf bei jedem Gießvorgang annähernd addiert, was früher oder später ein schädigendes Maß annehmen wird. Anders verhält es sich am natürlichen Standort – hier bleibt der Kalkgehalt im Boden immer gleich.

Tipp:  …einfach die Natur kopieren:  kalkhaltige Gesteine im oder auf dem Substrat, aber kalkfreies Regenwasser

Lophophora aus Samen ziehen – Vorbereitung

a) Samen kaufen: Lophophora-Samen gibt es bei vielen spezialisierten Kakteengärtnereien und sind für wenige Euro zu haben. Wer Samen bei einer der alteingesessenen Kakteengärtnereien oder im Kakteenshop bezieht, braucht sich um die Qualität der Samen keine Sorgen zu machen und liegt immer richtig. Leider gibt es hier wie überall einige schwarze Schafe, welche Samen zu Dumpingpreisen und mit übertriebenen Versprechen zur Keimquote o. ä. vertreiben…oftmals ist die Qualität dann auch entsprechend.
Meine Empfehlung: Kaufen Sie Lophophora-Samen direkt bei einem Kakteengärtner oder einem seriösen Pflanzen-/Samenversand. Wenn sie bzgl. des Händlers unsicher sind, überlegen Sie kurz ob ein augenscheinlicher Preisvorteil von vielleicht 1 bis 2 €uro das Risiko einer frustrierenden Aussaat und folgender Neuanschaffung wert ist.

b) Samen selbst ernten, Fruchtfleisch entfernen und beizen: Am interessantesten ist natürlich die Nachzucht aus dem eigenen Pflanzenbestand. Natürlich muss man den Peyote zum blühen bringen, um Samen zu ernten.

Wie bringe ich Kakteen zum blühen? Siehe: Kapitel Der Winter oder das Geheimnis der Blüte

Wenn sich die Blüten der Pflanzen öffnen, nehme ich einen feinen Pinsel oder Wattestäbchen und bestäube sie, indem ich mehrfach zart über die gelben Pollen und die Stempel der Blüten streiche. Durch das übertragen der Pollen auf den Stempel werden die Kakteen befruchtet und bilden Samen.
Lophophora williamsii kann sich in der Regel selbst bestäuben (selbstfertil, Fertilität=Fruchtbarkeit), sollte aber, der stabileren Genetik zuliebe, besser von einer anderen Pflanze seiner Art bestäubt werden.

Anm.: Die Selbstfertilität besteht nicht bei Lophophora der Diffusa-Gruppe, wie diffusa, fricii, koehresii…diese Sorten benötigen immer die Fremdbestäubung einer anderen Pflanze gleicher Art!

Wichtig – den Pollen am Pinsel/Wattestäbchen sieht man kaum, also keine Gewaltaktionen. Nach mehrmaligem, leichten bestreichen der Pollensäcke und des Stempels (Narbe/Griffel) ist die Bestäubung schon geschehen und sowohl Pinsel als auch Blütenstempel mit Pollen gesättigt.

Die Blüten öffnen sich vormittags und schließen sich nachmittags wieder. Dies wiederholt sich an 2 bis 3 Tagen in Folge. Eine mehrmalige Bestäubung  derselben Blüte ist also möglich und empfehlenswert. Nach einigen Tagen (es kann auch mal Wochen dauern oder bei einer späten Bestäubung Ende Sommer erst im folgenden Jahr sein) bildet sich eine rosa bis rote Frucht unter der vertrockneten Blüte und schiebt diese nach oben.

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Blütenbestäubung von Lophophora williamsii mit einem Wattestäbchen

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Lophophora williamsii Bestäubung mit einem Pinsel

Lophophora williamsii nach der Bestäubung

Nach der Bestäubung von Lophophora – die Staubbeutel (Stamina) neigen sich der Narbe/Griffel in der Mitte der Blüte zu

Tipps:

  • Die Wattestäbchen/Pinsel nach der Bestäubung in beschrifteten, nach Sorte getrennten Gläsern für die nächste Bestäubung aufbewahren. Die Sortenreinheit ist damit gewährleistet und der Genpool, durch den Austausch der Pollen gleicher Sorten, frisch gehalten.
  • Durch sortenübergreifende Befruchtung (Kreuzung), z.B. Lophophora williamsii fricii und caespitosa, erhält man Hybriden. Dies ist meist nicht gewollt, aber für Experimentierer und Entdecker ist das Kreuzen von Kakteen sehr interessant und reizvoll.

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Stempel (Mitte der Blüte) und Pollensäckchen. Lophophora williamsii mit Früchten, darin liegen die Samen.

Lophophora williamsii mit zwei erntereifen Früchten

Wenn die Frucht leicht anzutrocknen beginnt, zupfe ich diese mit einer rührenden Bewegung vorsichtig ab und schäle die Samen heraus. Wichtig – die Samen müssen jetzt oder später vollständig vom Fruchtfleisch gereinigt werden. Reste können später in der Aussaatschale Schimmel verursachen und die Jungpflänzchen töten.

Info: Früher verwendete man zur Behandlung der Samen zusätzlich verschiedene Beizen, z.B. Kaliumpermanganat, Chinosol oder industriell hergestellte Nassbeizen, um anhaftende Pilzsporen an den Samen zu töten. Heute sind die meisten dieser Helfer als Pflanzenschutzmittel nicht mehr zugelassen.

c) Alternative zu Chinosol bei der Aussaat: Chinosol hat keine Zulassung für den Pflanzenschutz und darf deshalb nicht mehr als Gieß-, Beiz- oder Pflanzenschutzmittel verkauft und verwendet werden. Früher benutzte man 1g Chinosolpulver auf einen Liter Gießwasser um den Pilzbefall einer Aussaat zu verhindern.
Ein zugelassenes Produkt mit guter Wirkung ist Schachtelhalmextrakt. Nächtliches Lüften und tägliches Nachsehen sollte trotzdem nicht vernachlässigt werden. Schachtelhalmextrakt gibt es in jedem gut sortierten Gartenmarkt und in unserem Kakteenshop.

Tipp: Schachtelhalm ist ein seit langem von Gärtnern eingesetztes Mittel gegen Pilzbefall bei Aussaaten (nicht nur bei Kakteen wie Lophophora williamsii). Das Geheimnis der Wirksamkeit des Schachtelhalmes liegt in dem hohen Gehalt an pilzhemmender Kieselsäure. Neben der direkt wirksamen Kieselsäure haben Schachtelhalmextrakte die Eigenschaft das Pflanzengewebe zu kräftigen, was zusätzlich einen natürlichen Schutz gegen Pilzbefall bewirkt. Schachtelhalmextrakt findet unverdünnt auch als Saatbeize Anwendung.

Geöffnete Frucht des Lophophora-williamsii mit Samen, Chinosol und Kaliumpermanganat

Reinigen der Samen: Mit einer Pinzette oder per Hand die Samen aus dem Fruchtfleisch auslösen, dann einfach die Samen zwischen den trockenen Handflächen (alternativ in einem Tuch oder Sieb) gut verreiben. So wird auch der letzte Rest des Fruchtfleisches entfernt.

Vor allem bei großen Samenmengen verwende ich nach dem Trennen vom Fruchtfleisch ein möglichst fusselfreies Küchenhandtuch, forme daraus ein Säckchen und reibe die Samen darin mehrmals gut durch, um anhaftende Fruchtfleisch restlos zu entfernen. Die Fruchtfleischreste und sonstige Verschmutzungen bleiben im Tuch hängen und das Reinigen geht sehr schnell.

Bei sehr großen Samenkörnern (z.B. Samen von Opuntia ficus indica) hat sich ein Waschlappen bestens bewährt. Die Struktur ist gröber als bei einem Küchentuch, was die Arbeit bei großen Samen erleichtert. Die Früchte werden erst durch ein feines Sieb gestrichen, die Samen bleiben darin liegen Anschließend werden die Samen aus dem Sieb in einen Waschlappen gefüllt und nach dem Verschließen anständig “durchgerubbelt”.

d) Lagerung von Lophophora-Samen: Die Peyote-Samen können nach gründlicher Reinigung nun bis zum nächsten Frühjahr trocken und dunkel gelagert werden. Eine längere Lagerung, auch über mehrere Jahre, ist unter guten Bedingungen problemlos möglich. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die Wartezeit bis zum kommenden Frühjahr förderlich ist, sehr alte Samen (5 Jahre und mehr) aber nur noch zögerlich keimen. Man sollte also bei der Bestellung auf Frische achten, da Lophophora williamsii Samen von Natur aus schon eine recht dürftige Keimquote haben. Scheuen sie sich nicht beim Händler nachzufragen, wenn Zweifel am Alter der angebotenen Peyote-Samen bestehen.

Extra-Tipp zur Behandlung von Lophophora williamsii-Samen durch Stratifikation:

Eine kurze Zwischenlagerung über ca. 2 Wochen im Gefrierfach erhöht die Keimfähigkeit. Nach angemessener Trockenzeit -nicht direkt nach der Ernte- “gewöhne” ich die Samen über zwei Wochen im Kühlschrank an die kommende Eiszeit und “entwöhne” ebenso. Es macht einen gewaltigen Unterschied – auf jeden Fall ausprobieren!
Diese Methode nennt man Stratifikation oder schlicht Kältebehandlung.

e) Aussaaterde sterilisieren, Aussaaterde von unerwünschten Samen, Unkräutern und tierischen Schädlingen befreien:

– mit trockener Hitze, Backofen:
Aussaaterde wird zur Sicherheit  bei einer Temperatur von 180°C 45 Minuten lang (im Backofen) erhitzt. Damit ist zwar keine echte Sterilität gewährleistet, aber ein Großteil der Keime und Pilzsporen sind auf jeden Fall abgetötet. Man erhält ein keimarmes Aussaatsubstrat, was absolut ausreichend ist. Durch das erhitzen werden auch unerwünschte Samen, Wurzelstücke und Unkräuter, sowie tierische Schädlinge in der Aussaaterde zuverlässig eliminiert. Nach dem Abkühlen kann das Substrat sofort verwendet werden.

mit feuchter Hitze, Erddämpfer (auch fälschlich Erdsterilisator genannt – keine “echte” Sterilisation):
Ein Erddämpfer ist wie ein großer Dampfdruck-Kochtopf mit einem Zwischenboden-Einsatz aufgebaut (wie man es vom Kartoffelkochen kennt). Der  Deckel ist aber nicht fest verschließbar, sondern nur aufgelegt. Wenn die Temperatur im Inneren des Erddämpfers  80°C-90°C erreicht hat,  wird er abgeschaltet. Das Substrat ist dann ausreichend bedampft.
Anschließend erfolgt die Abkühlung des Substrates bei geschlossenem Deckel ebenfalls über 1-1,5 Stunden. Die Temperatur ist, da mit Feuchtigkeit gearbeitet wird, absolut ausreichend um ungewünschte Wurzelreste, Samen, Schädlinge usw. zu eliminieren.
Schöner Nebeneffekt: durch das Dämpfen werden die Nährstoffe im Substrat optimal aufgeschlossen und ist für die Sämlinge besser zu verwerten. Wer einen Erddämpfer besitzt, sollte ihn auf jeden Fall für Aussaatsubstrate nutzen.

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Erddämpfer oder Erdsterilisator zur Herstellung von Aussaaterde

– mit feuchter Hitze, Dampfdruck-Kochtopf (echte Sterilisation):
(diese Methode ist der Vollständigkeit halber aufgeführt, in der Praxis jedoch nicht notwendig)

Dabei wird die Aussaaterde vor der Verwendung in einem Dampfdruckkochtopf (DDK) keimfrei gemacht.
Dies geschieht bei ca. 130 °C feuchter Hitze, über 1,5 Stunden.

Kurzanleitung zur Sterilisation von Aussaaterde: Gestell zum Kartoffelkochen in den DDK einsetzen, den Boden des Topfes mit Wasser füllen (halb so hoch wie das Gestell), Kartoffeleinsatz mit Küchentüchern ausgelegt auf dem Gestell platzieren, Aussaaterde einfüllen, Deckel zu, Herdplatte an. Bei Töpfen mit °C – Anzeige ist die Temperatur leicht zu ermitteln und zu halten. Bei Töpfen ohne diese Anzeige wird so lange stark erhitzt, bis der Druckanzeige-Stift ganz heraus ragt. Die Temperatur kann dann unter Beobachtung etwas herunter geregelt werden. Sobald der Druck merklich nachlässt, Temperatur nochmal kurzzeitig erhöhen. Nach 1,5 Std. (oder eher, falls das Wasser früher verdampft sein sollte) Herdplatte ausstellen. Topf geschlossen abkühlen lassen, Substrat sofort nach Abkühlen verwenden

Hinweis:

  • Eine „echte“  Sterilisation im DDK ist relativ aufwendig und unter häuslichen Bedingungen nie vollständig gewährleistet. In ungereinigter Umgebungsluft befinden sich tausende von Keimen, Sporen usw. Sobald die sterilisierte Erde mit dieser Luft in Berührung kommt, fängt sie sich diese Keime unweigerlich ein. Die Anzahl von Keimen in der Erde ist zwar stark reduziert, aber wer keine Laborumgebung (z.B. Raumliftreinigung durch HEPA-Filter) zu bieten hat, wird das Substrat nach dem Sterilisieren einer erneuten Besiedelung von Sporen und Keimen preisgeben. Dies geschieht alleine durch den Kontakt mit der Umgebungsluft.
    Zu bedenken ist außerdem: viele Pilzsporen sitzen auch direkt auf der Samenschale des Saatgutes.
  • Viel Arbeit – wenig Nutzen!

Falls ein Pilz in der Saatschale auftaucht siehe: Kapitel Kakteen-Schädlinge erfolgreich bekämpfen

 

Lophophora-Substrat

Beim Substrat sollte, wenn man dauerhaft gesunde Pflanzen haben möchte, kein Experiment gestartet werden. Für Lophophora-Arten kommt nur ein rein- oder überwiegend rein mineralisches Substrat in Frage.

Lehm ist dabei der Grundstoff um das die Substratmischung aufgebaut ist – nach den Eigenschaften des Lehms werden die weiteren Komponenten ausgewählt. Dies sind vor allem grobkörnige Materialien  (z.B. Tonscherben, Blähschiefer, Bims…) in der Größe von ca. 4-8mm, Sand und ggfs. Mutterboden.

– Grobkörnige Bestandteile sind  unter anderem für die wichtige Bildung feinster Saugwurzeln und Lüftung des Substrates verantwortlich. Wie wichtig Luft im Substrat ist erkennt man daran, dass die Wurzelbildung entlang der Topfwände, wo die meiste Luft hingelangt, oft am stärksten ausgeprägt ist.
– Sand und Mutterboden können als Beimischung bei einer zu harten, tonhaltigen Lehmsorte verwendet werden.
– Kokossubstrat oder pflanzliche Kakteenerde kann, falls notwendig,  zur Auflockerung des Gesamtsubstrates bis zu 1/4 zugesetzt werden.

Gute Komponenten zur Herstellung von Lophophora-Substrat sind zum Beispiel:

 Erden
  • Löss-Lehm (verwitterter Lehm)
  • Grubenlehm (mit wenig! Tonanteil)
  • sandiger Mutterboden
  • Kokossubstrat
 Mineralien
  • (Fluss-) Sand
  • (Aquarien-) Kies
  • Blähton
  • Blähschiefer
  • Bims
  • stumpfer Ziegelsplitt (alte Tonscherben etc.)
  • Lava
  • Perlit
  • Vermiculit


Wer sein Substrat gerne selbst mischt und die Einzelkomponenten leicht besorgen kann, kann sich eine Mischung aus den oben aufgeführten Bestandteilen herstellen, wobei natürlich nicht zwingend alle genannten verwendet werden müssen.

Das genaue Mischungsverhältnis muss jeder selbst herausfinden, da die Produkte je nach Bezugsquelle, Körnung, Reinheitsgrad usw. in den Eigenschaften immer variieren und in der fertigen Mischung andere Endprodukte produzieren.

Tipp_ohne_Hintergrund_60Für Ihre erste eigene Eigenmischung:  Fangen sie immer mit dem Lehm an. Stimmt die Körnung, dann füllen Sie damit einen Blumentopf und machen Ihn ordentlich nass. Lassen Sie den Lehm darin komplett durchtrocknen. Wenn der Lehm nach dem austrocknen immer noch krümelig ist, und leicht zwischen den Fingern zu zerreiben ist er richtig! Ist er nach dem Trocknen hart wie Beton, ist klar dass er zu viel Ton enthält. In dem Fall testen Sie Mischungen aus Lehm und Mutterboden und/oder Kokohum. Wenn eine gute Mischung gefunden ist, “bauen” sie Ihr Substrat je nach aktueller Konsistenz und verfügbaren Komponenten weiter auf.

  • Ihr Lophophora-Substrat sollte am Ende gleichzeitig luft- und wasserdurchlässig sein
  • wenn gewünscht, max. 25% pflanzliche Bestandteile (Kokossubstrat, Kakteenerde auf Grundlage von Torf) beimischen
  • zu viele unverrottete Pflanzenteile können im Substrat Fäulnis erzeugen!
  • handelsübliche Blumenerde im Lophophora-Substrat erzeugt mastige Pflanzen und Fäulnis im Winter!

Der pH-Wert von Lophophora-Erde
Nach langen Jahren der Beobachtung und Messung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ein pH-Wert zwischen 7 (chemisch neutral) und 7,5 (leicht alkalisch) optimal ist.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, findet hier -> im Shop <- ein ausgewogenes, hoch mineralisches Substrat welches alle Anforderungen erfüllt.

Der Pflegekalender Lophophora

  • Januar: Die Kakteen stehen am Winterstandort. Kontrolle der Temperatur (zwischen 8°C und 15°C), ansonsten Ruhe gönnen. Nur im Notfall sparsam gießen.
  • Februar: Winterruhe. Saatgut für das nächste Frühjahr bestellen.
  • März: Abwarten, Sommerstandort vorbereiten.
  • April: Die Wachstumszeit beginnt langsam. Ich bringe meine Kakteen aus der Winterruhe an ihren Sommerstandort. Wenn dieser draußen ist und Nachttemperaturen unter 8°C zu erwarten sind, stelle ich sie aber nachts wieder in die Wohnung. Ich gieße nun moderat von unten an. Die Wurzeln haben ihre volle Kraft eingebüßt, also durchnässe ich noch nicht völlig. Der Auszug vom Winterstandort ist auch eine gute Gelegenheit zum Umtopfen. Beim Umtopfen auf Schädlingsbefall an den Wurzeln achten. Bei sehr sonnigem Wetter ein paar Tage leicht schattieren. Ab April kann wetterabhängig leicht gedüngt werden.
  • Mai: Das Wachstum ist in vollem Gange. Früchte, die es im letzten Jahr nicht mehr zur Entwicklung geschafft haben, schießen nun hervor. Normal Düngen. Guter Monat zum aussäen – ideale Tagestemperatur, bei förderlicher Absenkung in der Nacht.Ende Mai bis Anfang August ist die beste Zeit, um Pfropfungen vorzunehmen. Volle Düngung (alle 3-4 Wochen) ist angesagt.
  • Juni: Die Peyotl befinden sich nun in ihrer Hauptwachstumsphase und strotzen vor Kraft. Erste Blüten haben sich bereits gebildet, die ich nach würdiger Betrachtung und Fotografie bestäube. Erste Samen ernten.
  • Juli: Schauen und staunen. An der Blütenpracht erfreuen ist jetzt die Hauptaufgabe – wie schön! Blüten bestäuben. Samen ernten.
  • August: Blüten bestäuben. Samen ernten.
  • September: Blüten bestäuben und Samen ernten. Ende September, je nach Witterung manchmal auch erst Anfang-Mitte Oktober, stelle ich die Düngung langsam ein.
  • Oktober: Ein letztes Mal reichlich gießen. Je nach Witterung und letztem Wässern kann das Anfang/Mitte, aber in einem warmen Monat auch Ende Oktober sein. Die letzten Früchte werden geerntet und die Samen gelagert. Je nach herrschenden Temperaturen und bei Gefahr von Nachtfrösten sollte jetzt an den Winterstandort umgesiedelt werden.
  • November: Spätestens jetzt geht es ins Winterquartier. Ein mäßig heller, trockener Platz, Temperatur 10°C (+/- 2-3 °C). Wassergabe komplett einstellen – keine Angst, auch kleine, zweijährige Peyote überstehen das schadlos bei angemessener Temperatur.
  • Dezember: Ruhe, Kontrolle der Temperatur und Geduld sind angesagt. Ohne Winterruhe keine Blüten!
Lophophora williamsii caespitosa in letzter Blüte Anfang Oktober

Lophophora williamsii caespitosa in letzter Blüte Anfang Oktober

Lophophora pfropfen/veredeln

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Lophophora williamsii auf Trichocereus pachanoi veredelt (gepfropft)

Eine Veredelung (oder Pfropfung genannt) besteht aus zwei Teilen. Der Pfröpfling (auch Edelreis genannt) und die Unterlage. Bei einer Veredelung wird die botanische Art und der Name nicht geändert und richtet sich nach dem Pfröpfling. Ein Lophophora williamsii auf Trichocereus pachanoi bleibt ein Lophophora williamsii. Die Pfropfunterlage wird überhaupt nur dann erwähnt, wenn es einen besonderen Grund hat, oder dies explizit gewünscht wird. Als Unterlage eignen sich vor allem schnellwüchsige Arten, welche nicht zu übertriebener Bildung von Seitentrieben neigen z.B. Trichocereus pachanoi, Tr. peruvianus oder Pereskiopsis. Mit etwas Übung kann auch gut auf andere schnellwüchsige Sorten wie Opuntia und sogar auf die Königin der Nacht, Selenicereus grandiflorus veredelt werden.

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Veredelung von Lophophora williamsii auf Opuntia ficus-indica

Warum werden Lophophora williamsii und andere Kakteen veredelt?

  • Pfropfungen können eine lebensrettende Maßnahme darstellen, z.B. bei Wurzelfäule, schwacher Wurzelbildung
  • Überleben von Variegata-Formen (zu schwache Chlorophyll-Bildung)
  • um das Wachstum von schnellwachsenden auf langsam wachsende Kakteen zu übertragen
  • der Pfröpfling blüht in der Regel schneller
  • aus ästhetischen Gründen (zwei verschiedene Kakteenarten werden miteinander verbunden)

Eine Veredelung des Peyote kann immer dann ausgeführt werden, wenn Unterlage und Edelreis in der Wachstumsphase sind und eine Temperatur von mindestens 18-20 °C herrscht. Also. entweder im Sommer (outdoor/indoor) oder im Winter (indoor) mit Hilfe von Pflanzenlampen.

a) Sämlingspfropfung bei älteren, bereits robusten Sämlingen – Veredeln mit Pfropfröhrchen auf Pereskiopsis spathulata

Wenn kleine, aber schon robustere Lophophora-Sämlinge gepfropft werden sollen, empfiehlt sich die Verwendung von Pfropfröhrchen. Sie bestehen aus einem durchsichtigen Schlauch/Röhrchen und einem zweiten, dünneren Röhrchen (oder Holz, im Bild unten ein Holzdübel), welches leicht hineingeschoben werden kann. Eine an der Stirnseite des Innenröhrchens eingeklebte Polsterung ist notwendig um den Sämling  nicht zu verletzen und hat außerdem eine abdichtende Funktion. Durch die Polsterung  wird die Luftfeuchtigkeit im Schlauch gehalten und es entsteht ein Minigewächshaus um die Stelle der Veredelung herum. Schaumstoff hat sich dafür gut bewährt; er hält die Feuchtigkeit, dichtet ab und gleitet problemlos in das Außenröhrchen hinein und wieder heraus. Ohne erhöhte Luftfeuchtigkeit in der direkten Umgebung würde die Pereskiopsis-Spitze schrumpfen und die Veredelung scheitern.

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Bauanleitung/Beispielbild für ein einfaches, selbstgebautes Pfropfröhrchen

Praxis:

  • Pereskiopsis 2-3 Tage vor der geplanten Veredelung ordentlich gießen -> garantiert eine möglichst feuchte Schnittfläche
  • die ersten Blätter und Dornen unter dem geplanten Schnitt entfernen (ca. 1/2 der Gesamtlänge des Außenröhrchens)
  • Pereskiopsis mit in Alkohol desinfizierter, scharfer Klinge gerade abschneiden -> zügig arbeiten, die Schnittfläche des Pereskiopsis darf nicht antrocknen! Schnitt (wenn möglich) im neuen, diesjährigen Trieb von Vorteil.
  • Peyotl-Keimling schneiden und versetzt auf den Pereskiopsis aufsetzen, so dass die Leitbündel sich treffen. (Leitbündel des Pereskiopsis außen, bei Lophophora in der Mitte!)
  • Außenröhrchen vorsichtig darüber schieben und auf den stehengebliebenen Blättern des Pereskiopsis aufsetzen
  • Innenröhrchen mit Schaumstoffpolsterung einschieben und locker andrücken
  • etwa 7-10 Tage halbschattig stellen
  • nach dieser Zeit wird das Röhrchen entfernt, und der veredelte Kaktus kann an seinen endgültigen Standort gestellt werden

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Keimlingspfropfung Lophophora williamsii (Peyotl) auf Pereskiopsis mit einem Pfropfröhrchen

b) Sämlingspfropfung bei sehr jungen Lophophora-Sämlingen (ab 2-3 Wochen) auf Pereskiopsis spathulata

Die Pfropfung (Veredelung) von gerade erst 2-3 Wochen alten Lophophora williamsii Sämlingen funktioniert -fast- analog der schon etwas älteren Exemplare (siehe oben), nur das natürlich mit viel mehr Fingerspitzengefühl vorgegangen werden muss.

Der Unterschied zu oben beschriebener Methode ist:

  • Pfropfröhrchen können nicht verwendet werden, da sie einen 2-3 Wochen alten Keimling nicht tragen könnte – er würde zerquetscht werden – stattdessen wird eine Plastiktüte oder abgeschnittenen PET-Flasche benötigt.
  • der Lophophora-Sämling wird nicht fixiert – nur sachte auf die Leitbündel aufgesetzt, er muss sich alleine durch die Feuchtigkeit des Pereskiopsis dort festhalten.

Arbeitsschritte:

  • Pereskiopsis 2-3 Tage vor dem geplanten veredeln satt gießen -> garantiert eine möglichst feuchte Schnittfläche
  • aus der aufgegangenen Lophophora-Saat den/die kräftigsten Keimling/e auswählen

Pereskiopsis in eine offene klarsichtige Plastiktüte an einem schattigen Platz stellen. Die Tüte sollte nach der Pfropfung leicht zu verschließen sein und darf nicht an den Lophophora anstoßen. Bewährt haben sich große Ziplock-Tüten. Wenn man vorsichtig ist geht es auch (Stabilität des Materials vorausgesetzt) mit einer oder zwei Büroklammern.
Alternativ: Den Boden einer PET-Flasche zum späteren Überstülpen des Pfropfwerkes abschneiden. Die Flasche muss so groß gewählt werden, dass sie sich nach der Pfropfung möglichst berührungsfrei über den Pereskiopsis samt Topf stülpen lässt.

  • Pereskiopsis im neuen Trieb (mit scharfer Klinge ziehend und mit einem Schnitt) gerade abschneiden -> jetzt zügig arbeiten, der Pereskiopsis darf gerade bei dieser Methode die Feuchtigkeit der Schnittfläche nicht verlieren.
  • die Unterlage in die weit geöffnete Tüte stellen
  • den Peyotl-Keimling so tief wie möglich gerade abschneiden und versetzt (Leitbündel auf Leitbündel) auf den Pereskiopsis aufsetzen.
  • nun vorsichtig die Tüte bis auf eine kleine Öffnung schließen (oder Plastikflasche überstülpen und Deckel nur auflegen). Es muss bei beiden Methoden sowohl Feuchtigkeit als auch Luftaustausch herrschen.
  • nach ca. einer Woche kann die Tüte/Flasche entfernt und der nun veredelte Kaktus an seinen gewohnten Platz gestellt werden.

Bilderserie einer Sämlingspfropfung bei Lophophora-Sämlingen auf Pereskiopsis spathulata im Zip-Lock-Beutel:

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Sämlingspfropfung Lophophora williamsii auf Pereskiopsis (findet Ihr den Lophophora-Sämling im 2. Bild? – er liegt vor der Messerspitze! Der Sämling ist ca. 4-5 Wochen alt.)
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Sämlingsveredelung Lophophora williamsii auf Pereskiopsis – zuerst den geschnittenen Pereskiopsis in die Tüte packen, dann Lophophora aufsetzen. Die Pfropfung außerhalb der Tüte ist nur scheinbar einfacher. Der aufgesetzte Lophophora-Sämling wird abstürzen oder verrutschen wenn das fertige Pfropfwerk in die Tüte gefummelt werden muss. Ziplock-Tüte nur zu 3/4 schließen!
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Die Pfropfung gelingt in aller Regel, wenn: 1. schnell gearbeitet wird (kein Abtrocknen der Schnittflächen),  2. direkt am schattigen Platz gearbeitet wird (erspart anschließendes herumtragen mit Gefahr des Verrutschens) und wenn 3. exakt Leitbündel auf Leitbündel (Pereskiopsis außen, Lophophora mittig) gesetzt wurde – wie in der Großaufnahme deutlich zu sehen.

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Lophophora williamsii mit Blüte auf Pereskiopsis spathulata

c) pfropfen/veredeln größerer Kakteen:

Zum veredeln von großen Lophophora williamsii  braucht man folgende Dinge: die Pfropfunterlage, den Pfröpfling, ein sehr scharfes Messer, wenn möglich ein Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis, Gummibänder oder Streifen von Klarsichtfolie, flache Holzstäbchen.

Zuerst wird die Unterlage vorbereitet. Als sehr gute Unterlage für etwas größere Lophophora-Köpfe eignet sich ein gut bewässerter, saftiger Trichocereus pachanoi (San Pedro). Aber auch andere, schnell wachsende Arten sind geeignet. Zu bevorzugen sind Säulenkakteen, wobei ein befreundeter Kakteengärtner auch sehr gute Ergebnisse mit Opuntien als Pfropfunterlage erzielt. Ich nehme zur Veredelung von großen Lophophora gerne Trichocereus pachanoi und bin bisher immer sehr gut gefahren.

Die Unterlage wird mit einer ggfs. vorher desinfizierten und abgeflammten Klinge glatt, ziehend und wenn möglich in einem Schnitt abgeschnitten. Die Beste Stelle dafür ist der neue Austrieb des aktuellen oder des letzten Jahres. Je älter und holziger das Gewebe ist, desto schwieriger wird das Edelreis anwachsen.

Anschließend werden die Rippen in steilem Winkel über 45° um den Leitbündelring herum zum Rand hin abfallend abgeschrägt. So entsteht in der Mitte eine Erhöhung, in der mittig das Leitbündel frei steht. Das Abkanten der Rippen ist deshalb notwendig, weil ein glatter Schnitt immer zum leichten Absenken der Mitte führt. Ein aufgesetztes Edelreis würde durch Hohlraumbildung den Kontakt also genau an der Stelle verlieren, an dem sich die Leitbündel befinden. Durch das Abkanten der Unterlage sitzt der Pfröpfling zwangsweise immer satt in der Mitte auf.

Nun wird der Lophophora vorbereitet, indem er ebenfalls, sauber und glatt, über der Wurzel oder der schadhaften Stelle abgeschnitten wird. Natürlich kann hier ebenfalls die Klinge vorher mit alkoholischer Desinfektionslösung abgerieben und kurz abgeflammt werden. Nun wird der Lophophora-Pfröpfling genau Leitbündel auf Leitbündel auf die Unterlage gesetzt. Leichtes drehen sorgt für eine saubere Verbindung ohne Lufteinschluss. Mit elastischen Gummibändern oder Klarsichtfolie wird der Pfröpfling vorsichtig, evtl. unter Zuhilfenahme von flachen Holzstäbchen, fixiert. Die Verbindung soll fest sein, aber keine Quetschungen verursachen.

Der veredelte Lophophora braucht nun einen halb schattigen Standort. Ganztägige, volle Sonneneinstrahlung ist in diesem Stadium Stress pur und höchstens 2-3 Stunden am Tag für das Gelingen hilfreich. Förderlich ist auf jeden Fall eine über 5-7 Tage gehaltene, leicht erhöhte Luftfeuchtigkeit. Ich stelle die Kakteen zu diesem Zweck in ein kleines Minigewächshaus mit offenen Klappen, dessen Boden mit etwas feuchtem Blähton ausgelegt ist. Nach ca. 7-10 Tagen können die Gummibänder vorsichtig entfernt werden, die Kakteen sind nun angewachsen und können an den gewohnten Standort zurück gestellt werden.

Wird nach einigen Stunden oder Tagen eine Hohlraumbildung, der Verlust einer satten Verbindung oder gar das Verrutschen des Pfropfreis bemerkt, muss das Pfropfwerk noch einmal auseinandergenommen, die Unterlage und der Pfröpfling nachgeschnitten und das ganze erneut verbunden werden. Ansonsten kann die Veredelung nicht mehr gelingen.

Fotoserie einer Veredelung von Lophophora-williamsii auf Trichocereus pachanoi:

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Vorbereitung der Pfropfung – Der erste Schnitt. Er muss möglichst gerade geführt werden… 

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…hier werden die Rippen abgeschrägt.. – ..so sollte der fertig präparierte San Pedro dann aussehen..

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Es folgt ein gerader Schnitt durch den Lophophora-williamsii.. – ..und mit einer leichten Drehung aufgesetzt…

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…vorsichtig angedrückt, so sollte die Pfropfung gelingen! – Fertig gepfropfte Lophophora williamsii auf San Pedro

Nun kommen die Kakteen ins Minigewächshaus, um gespannte Luft zu garantieren

 Einige Wochen nach der erfolgreichen Pfropfung  sieht der Lophophora dann so aus

Beispiel einer Pfropfung mit Hilfe von Klarsichtfolie:

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Frisch gepfropft, die Folie fixiert den Pfröpfling auf der Unterlage. Nach einigen Tagen sind die beiden Kakteen schon verwachsen

Video-Anleitung/Tutorial zur Pfropfung von Lophophora williamsii und Trichocereus pachanoi auf YouTube

Lophophora neu bewurzeln

Neubewurzelung kann manchmal der einzige Weg sein, den geliebten Lophophora bei Schädlingsbefall der Wurzel oder Wurzelfäule zu retten.

Methode 1 Neubewurzelung direkt im Substrat:

  • Die Neubewurzelung direkt im Substrat gelingt am sichersten in der Wachstumsphase im Sommer, im Winter sollte auf Pflanzenlampen zurückgegriffen werden um den Lophophora zur Wurzelbildung anzuregen, sonst ist die Gefahr der Fäulnis zu groß.

Erst füllt man ein sauberes Gefäß mit ca. 5 cm absolut trockenem Vogelsand, Bims oder Perlit (nachfolgend Bewurzelungssubstrat genannt) und glätte die Oberfläche. Dann wird der neu zu bewurzelnde Kaktus (Kopfsteckling) sanft mit der Schnittstelle auf das trockene Bewurzelungssubstrat gesetzt.
In das Substrat kann zur Sicherheit und besseren Wurzelbildung ein Bewurzelungspulver, auch Wurzelaktivator genannt, (z.B. Neudofix WurzelAktivator -> Kakteenshop) in Pulverform eingemischt werden – etwa 4g pro Liter Vogelsand/Perlit sind ausreichend. Bewurzelungspulver wirkt durch die Anregung der Zellteilung und erzeugt damit eine schnellere, kräftigere Wurzelbildung.

Nach dem Aufsetzen schütte ich oft noch etwas Bewurzelungssubstrat an, so dass der Kaktus satt, nicht ganz zur Hälfte im Substrat eingebettet liegt. Nun stellt man den Kaktus an einen halbschattigen Platz und gönnt ihm mindestens zwei Wochen Ruhe ohne zu befeuchten. In dieser Zeit bildet der Kopf eine Haut über der Schnittwunde und bildet idealerweise schon kleine Wurzeltriebe in das Substrat hinein.

Nach gut zwei Wochen befeuchte ich das erste Mal. Am besten durch nicht zu kräftiges nebeln mit einer Sprühflasche. Zur Sicherheit kann dem Sprühwasser Schachtelhalmextrakt  beigemengt werden. Das erste Besprühen sollte, wie die folgenden Male immer bei gutem Wetter geschehen. Fehlendes Sonnenlicht bei gleichzeitig starker Feuchte fördert Fäulnisprozesse.

In den Folgewochen kann stärker befeuchtet werden. Das Substrat kann jetzt auch komplett durchfeuchtet werden, und der Standort kann wieder ins vollsonnige verlagert werden.
Etwa ab der 5-6 Woche kann man den neu bewurzelten Kaktus vorsichtig aus dem trockenen Substrat nehmen und in frische, trockene und mineralische Erde umsetzen. Wie immer beim Umtopfen bitte vorsichtshalber gut 10 Tage vor dem ersten gießen warten.

Methode 2 Neubewurzelung an der Luft:

Lophophora kann, wie alle anderen Kakteen, auch ohne Erde Wurzeln ausbilden. Dies ist die sicherste Methode, da ein bereits bewurzelter Kaktus vor Fäulnisprozessen besser geschützt ist.

Die Vorgehensweise ist denkbar einfach: Nach dem Schnitt legen Sie den Kaktus solange an einen halbschattigen bis schattigen Ort, bis sich eine Haut über der Schnittstelle gebildet hat. Dann wird der Kaktuskopf aufrecht, wie er später in das Substrat kommt, auf ein grobes Sieb, Gitter oder ähnliches gestellt. Das hat den Hintergrund, dass die Wurzelbildung der Schwerkraft folgt. Ein liegender Lophophora würde auf der nach unten weisenden Seite Wurzeln bilden, was natürlich nicht gewünscht ist. Nach einigen Wochen ist die Wurzelbildung deutlich zu sehen, die kleinen Wurzelsprosse sprießen durch die Maschen des Gitters.  Der Kaktus kann dann  in trockenes Substrat eingesetzt und nach ca. 1 Woche normal gewässert werden. Vor dem Umsetzen können auch bei dieser Methode die vorbereiteten Pflanzlöcher für den neu bewurzelten Lophophora williamsii mit einem wurzelfördernden Mittel (z.B. ein Wurzel-Aktivator) leicht bestreut werden um ein schnelles, tiefes Einwachsen der Wurzeln in das Substrat zu unterstützen.

Bei beiden Methoden scheint das Wachstum nach meiner Erfahrung einige Zeit zu stagnieren. Das ist normal weil der Lophophora nach der Neubewurzelung vorrangig mit der weiteren Ausbildung seiner Wurzel beschäftigt ist.

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Lophophora williamsii Neubewurzelung in Perlit

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Lophophora williamsii Neubewurzelung in Vogelsand

Lophophora williamsii, neu bewurzelt in Perlit und Vogelsand – Neubewurzelung Lophophora williamsii, Wurzelbildung nach ca. 3 Monaten
Diese Lophophora wurde sofort nach dem Abschneiden, also ohne antrocknen der Schnittfläche in Perlit/Vogelsand zur Neubewurzelung gesetzt

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Bild eines neubewurzelten Trichocereus pachanoi nach 3 Wochen

Info zum Bild: Zur Neubewurzelung von San Pedro Kaktus und Säulen-Kakteen im Allgemeinen werden immer die Rippen nach innen hin konisch abgeschrägt (siehe auch Veredelung). Dies bewirkt. dass die Wurzeln direkt aus dem Leitbündel heraus wachsen und nicht, wie im Bild zu sehen, aus dem umgebenden Gewebe. Den hier abgebildeten Trichocereus hatte ich nach einem Schnitt zur Veredelung von Lophophora achtlos in einen alten Blumentopf gelegt und dort vergessen – er bewurzelte trotzdem!

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Lophophora-williamsii-Köpfchen im Vogelsand zur Neubewurzelung – Frisch bewurzelte Pereskiopsis spathulata Stecklinge nach ca. 6 Wochen

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Sehr gute Ergebnisse bei der Stecklingsbewurzelung von Pereskiopsis spathulata und Trichocereus pachanoi bringen reines Perlit und Wurzelaktivator
Außergewöhnlich gute Resultate bei der Neubewurzelung von Lophophora sowie der Stecklingsbewurzelung von nahezu allen anderen Kakteen- und vielen Pflanzenarten wird auch mit reinem Perlit sowie Bims und einem Bewurzelungspulver erzielt. Im Bild oben ist das verblüffende Ergebnis einer Stecklingsbewurzelung nach gerade mal 4 Wochen -Zeitraum: Anfang Juli bis Anfang August 2013-  zu sehen. Dieser fest verwachsene Wurzelballen aus Trichocereus pachanoi und Pereskiopsis spathulata konnte nur noch durch grobes zerreißen getrennt werden und fühlte sich dabei eher nach einem festen Filzstoff als nach zartem Wurzelwerk an. Verantwortlich für diese außergewöhnliche Wurzelbildung ist neben dem Wurzelaktivator vor allem die sehr luftige Konsistenz von Perlit und dem vulkanischen Bimsgestein.

Ein luftiges Bewurzelungssubstrat, die richtige Jahreszeit März-September (oder Pflanzenlampen) und ggfs. ein guter Wurzelaktivator garantieren den Erfolg der Neubewurzelung.