Lophophora-Samen auf Hydro-Gel keimen lassen?

Lophophora-Samen auf Hydro-Gel keimen lassen. Kann das funktionieren?

Hydro-Gel als eine Masse habe ich nicht bekommen, aber sogenannte „Blumenkristalle“. Laut Angabe des Herstellers speichern diese das 5-fache des Eigengewichtes an Wasser – nach etwa 8 Stunden wässern konnte ich mich selbst davon überzeugen. Die Kugeln sind überraschend fest und schwer; wenn eine runterfällt verhalten sie sich schlimmer als Flummis.

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Für den Keimungsversuch habe ich bewusst folgende Sorten gewählt um ein möglichst breites Spektrum abzudecken:

  1. Lophophora williamsii (Peyotl) – eher mäßige Keimquote, hohe Verlustquote nach der Keimung
  2. Echinopsis pachanoi (San Pedro) – keimt sehr gut, wenige Verluste nach der Keimung.
  3. Opuntia ficus-indica (Feigenkaktus) – recht gute Keimquote, wenig Verlust aber 30 – 60 Tage Keimzeit.

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Die Hydro-Kugeln habe ich in vier niedrige und zwei hohe Petrischalen gefüllt, mit jeweils 30 Samen bestreut und mit Plastikfolie/Deckel verschlossen. Peyotl und San Pedro in die flachen- Opuntia wegen der langen Keimzeit in die hohen Schalen mit einigen Hydro-Kugeln mehr, da diese sehr lange halten müssen.

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Lophophora williamsii – Anschließend wurden die Petrischalen in die Sonne gestellt. Opuntia ficus-Indica

Nach einiger Zeit konnte ich beobachten, dass die Samen, obwohl zum größten Teil nur locker auf der Oberseite der Hydro-Kugeln liegend,  völlig nass waren und sie sich offensichtlich das verfügbare Wasser der Gelmasse heraussaugen. Die Samenoberfläche ist durchgängig mit Wasser benetzt.

Schon mal ein gutes Zeichen – aber der Knackpunkt wird die Keimung und die (sich hoffentlich) anschließende Wurzelbildung sein…..ich bin gespannt (ob) was passiert :)

12 Tage später…

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Die Keimung der Lophophora- und Trichocereus-Samen hat eingesetzt. Die Keimquote ist bei beiden Sorten sehr gut, allerdings liegen sie nur lose auf den Gelkugeln auf und machen keinerlei Anstalten hineinzuwachsen. Ich werde  noch einige Tage warten und sie dann ggfs. in ein Substrat umtopfen.

10 Tage später…

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Ich musste die kleinen Lophophora und Trichocereen wie vermutet in Substrat (sicherheitshalber reiner Vogelsand) umsetzen. Die kleinen Wurzeln haben es nicht geschafft, in die Gel-Kugeln hineinzuwachsen. Stattdessen entwickelte sich auf den Gelkugeln ein ganz zarter Flaum an einigen Stellen – also ein Pilz! Die Beimischung von Chinosol hätte die Pilzbildung von Anfang an verhindert, leider ist Chinosol als Pflanzenschutzmittel nicht mehr zugelassen, also hätte nur eine regelmäßige Lüftung das Auftreten des Pilzes verhindern können.

Ich habe die Keimlinge so vorsichtig wie irgendwie möglich mit einer stumpfen Pinzette von den Kugeln gefischt und in vorbereitete Löcher im schon nassen Sand gesetzt.

Die Opuntia-Samen sind (lange Keimzeit) noch nicht aufgegangen – ich lasse sie weiter im geschlossenen Gefäß, habe die Folie  aber mit großzügigen Luftlöchern versehen. Falls etwas Außergewöhnliches passiert, werde ich berichten. Ansonsten kann das Experiment an dieser Stelle als beendet angesehen werden.

Fazit: Experiment gescheitert! Absolut nicht zu empfehlen!

  • Die Wurzeln wachsen nicht in das Gel hinein
  • Der Vorteil der sehr guten Keimquote, wird von dem Manko der hohen Verletzungsgefahr der kleinen Kakteen beim Umsetzen mehr als aufgehoben.
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