Video-Anleitung: Lophophora williamsii (Peyote) richtig wässern
Das richtige Gießen von Lophophora williamsii ist die wichtigste Voraussetzung für gesunde Pflanzen und die Vermeidung von Wurzelfäule. Besonders im Sommer kann man viel falsch machen. In diesem Video zeigen wir Ihnen die exakte Methode, wie Sie Ihren Peyote optimal mit Wasser versorgen, ohne ihn zu gefährden.
Die 3 goldenen Regeln für das Gießen von Lophophora
Um sicherzustellen, dass Ihr Kaktus gesund bleibt, sollten Sie diese drei Kernpunkte aus dem Video unbedingt beachten:
- Immer von unten wässern Gießen Sie Lophophora niemals von oben über den Pflanzenkörper oder das Substrat. Stellen Sie den Topf stattdessen in eine Schale oder einen Untersetzer, der mit Wasser gefüllt ist. Die Pflanze saugt sich die benötigte Menge kapillar durch die Abzugslöcher von unten.
- Nur bei stabilem, schönem Wetter gießen Der Kaktus benötigt Wärme und Licht, um das aufgenommene Wasser zu verarbeiten. Wässern Sie daher ausschließlich bei anhaltend schönem, warmem Wetter. Gießen vor einer Kalt- oder Regenperiode ist ein großes Risiko für Fäulnis.
- Staunässe strikt vermeiden (Morgens gießen, abends trocken) Geben Sie morgens nur so viel Wasser in den Untersetzer, dass der Topf es bis zum Abend vollständig aufgesaugt hat. Der Topf darf über Nacht niemals im Wasser stehen. Ist der Untersetzer abends nicht leer, war es zu viel Wasser.
Richtig gießen: Warum Lophophora-Kakteen von unten gewässert werden sollten
Das Wässern von unten – in Fachkreisen als Anstauen bekannt – gilt unter erfahrenen Züchtern als der sicherste und effizienteste Weg, um Lophophora gesund zu halten. In diesem Video zeige ich dir Schritt für Schritt, wie diese Methode funktioniert. Warum das Anstauen für deine Pflanzen unverzichtbar ist, erfährst du in dieser Zusammenfassung.
1. Schutz vor Scheitel- und Körperfäulnis
Lophophora besitzen eine sensible Epidermis und tief liegende Falten. Wird Wasser von oben gegossen, kann es im Pflanzenscheitel oder zwischen den Rippen stehen bleiben. Besonders bei unzureichender Luftzirkulation führt dies in kürzester Zeit zu Pilzinfektionen und irreparabler Fäulnis am Pflanzenkörper.
2. Erhalt der charakteristischen Wolle
Die dichten Wollschöpfe auf den Areolen sind das Markenzeichen einer optimal gepflegten Lophophora. Wasser von oben verklebt die Wolle, wäscht sie aus oder führt zu unschönen Verfärbungen. Noch problematischer: Die nasse Wolle speichert Feuchtigkeit wie ein Schwamm direkt am empfindlichen Vegetationspunkt, was das Fäulnisrisiko drastisch erhöht.
3. Förderung der Rübenwurzel-Entwicklung
Lophophora bilden eine beeindruckende, tiefe Rübenwurzel aus. Durch das Anstauen steigt die Feuchtigkeit mittels Kapillarkraft gleichmäßig im rein mineralischen Substrat nach oben. Dies stimuliert die tief liegenden Saugwurzeln, aktiv in Richtung der Feuchtigkeitsquelle zu wachsen. Das Ergebnis ist eine deutlich stabilere und kräftigere Wurzelstruktur.
4. Trockener Wurzelhals als Schutzschild
Der Übergang vom grünen Pflanzenkörper zur Wurzel – der sogenannte Wurzelhals – ist die anfälligste Zone für Fäulnis. Beim Wässern von unten saugt sich das Substrat im unteren und mittleren Bereich voll, während die oberste Schicht schnell wieder abtrocknet. So bleibt der Wurzelhals geschützt und die Pflanze steht niemals in staunassen Schichten.
5. Schonung der Substratstruktur
Lophophora benötigen ein rein mineralisches, fein strukturiertes Substrat. Beim Gießen von oben werden feine Partikel aufgewirbelt, die Erdmischung verdichtet sich ungleichmäßig oder das dekorative Top-Dressing (die Kiesschicht) wird weggespült. Durch das Anstauen bleibt die Oberflächenstruktur dauerhaft perfekt und stabil.
Fazit für die Zuchtpraxis
Durch die Methode des Anstauens nimmt die Pflanze exakt die Menge an Feuchtigkeit auf, die das mineralische Substrat speichern kann. Der empfindliche Pflanzenkörper bleibt dabei komplett trocken und optimal vor Fäulnis geschützt.


Alexander Neusius
Alexander Neusius