Inhalt:

a) Übersicht wirksame Mittel Schädlinge/Pilzerkrankungen

b) Schädlingsbefall
– Blattläuse
– Asseln
– Schnecken
– Ameisen
– Schildläuse
– Trauermücken und andere fliegende Insekten
– Milben
– Woll- Schmier- Wurzelläuse
– Wurzelälchen, Nematoden

c) Pilzerkrankungen
– Vermehrungspilz
– Wurzelfäule
– Mehltau
– Brennfleckenkrankheit
– Rostpilz

a) Übersicht wirksame Mittel gegen Schädlinge und Pilzerkrankungen

Pflanzenschädling Empfohlenes Mittel
Schildläuse, Wollläuse, Spinnmilben

Weichhautmilben, Spinnmilben

Neudorff Promanal® Neu Schild- und Wolllausfrei

KIRON® Milben-Ex, Dr. Stähler

Blattläuse, Zikaden, Schildläuse ,Weiße Fliegen, Buchsbaumzünsler, Raupen, Käfer, Minierfliegen, Blattwespen, Motten, Wickler, Spinnmilben, Schildlausarten, Mottenschildläuse COMPO Triathlon® Universal Insekten-frei AF
Weiße Fliegen (Mottenschildläuse), Schildläuse (Woll- und Schmierläuse) und Spinnmilben, Blattläuse, Thripse, Zikaden, Blattwanzen u.a., Buchsbaumzünsler, Käferlarven, Schmetterlingsraupen, Blattwespenlarven, Blattläuse Compo Schädlings-frei plus
Schnecken Neudorff Ferramol® Schneckenkorn
Alle fliegenden Insekten, z.B. Trauermücke (Schwarze Fliege), Weiße Fliege, geflügelte Blattlaus, Minierfliege Neudorff Gelb-Sticker
Pilzerkrankungen:

Echter Mehltau, Birnengitterrost, Kräuselkrankheit, Rost, Schorf, Rutensterben Blattfleckenpilze, Sternrußtau, Monilia Spitzendürre, Schorf

COMPO Duaxo Universal Pilz-frei 
Rostpilzerkrankung, Echter und Falscher Mehltau, Schorf, Braunfäule Cueva Pilzfrei Neudorff

b) Schädlingsbefall

Es gibt eine Vielzahl von Schädlingen die dem Kaktus in irgendeiner Form angreifen können. Allerdings will ich mich hier eingehend nur auf diejenigen Schädlinge konzentrieren, die einigermaßen häufig sind.

  • Blattläuse konnte ich bei Lophophora noch nie entdecken, stellt nach meiner Erfahrung keine Gefahr da. Sollten in der Nähe andere Kakteen stehen und befallen sein, gibt es wirksame Mittel in Flüssiger Form im Gartenmarkt. Früher benutzte man bei Blattläusen gerne Kernseifelösung (sollte nicht in die Erde gelangen, nur aufpinseln)
  • Asseln sind im Gewächshaus leider sehr zahlreich anzutreffen. Sie verstecken sich bei Tage gerne in dunklen Nischen, oftmals unter den Blumentöpfen, wo sie durch die Topflöcher an der Unterseite in das Substrat kriechen. Sie verursachen Fraßschäden. Falls Befall eintritt, am besten kleine Haufen von Kartoffelschalen ganz in die Nähe der Kakteen legen, sie verstecken sich Tagsüber darunter und können dann gefangen werden, wenn die natürliche Methode nicht ausreicht, hilft leider nur die Chemiekeule in Form von Insektiziden.

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Asseln

  • Schnecken verursachen markante Fraßspuren mit schleimigen Anhaftungen. Je nach Standort und Umgebung des Kaktus kann ein eine Gefahr durch Schnecken sehr massiv und gefährlich oder gar nicht vorhanden sein. Gegenmaßnahmen sind Schneckenkorn (sehr wirksam, z.B. Ferramol von Neudorff – im Shop erhältlich), in die Erde eingelassene Gläser mit Bier (sie kriechen rein und ertrinken), Absammeln (mühselig und oft zu spät) und – der beste Schutz, ein Standort, der vor Schnecken sicher, weil uninteressant ist. Uninteressant sind erhöhte, an sich trockene Plätze mit wenig unmittelbarer Umgebungsvegetation.
  • Ameisen fressen nicht direkt an den Kakteen rum, bauen aber ihre Nester in der Erde zwischen den Wurzeln und können so schädigend wirken. Da die Gefahr nur in großen Kübeln besteht, sind die Gefahr durch Ameisen Schädigungen zu erlangen sehr gering. Gegenmaßnahmen sind Ameisenköderboxen, Gießmittel oder kompletter Austausch der Erde.
  • Schildläuse sind recht häufig, wenn die Lophophora im Winter über der Heizung und nicht an einem kühlen Winterstandort beherbergt werden. Häufig sind Schildläuse an Trichocereus pachanoi, San Pedro zu beobachten. Es gibt im einige sehr gute Mittel auf Weißölbasis, mit denen man diesen Panzer tragenden Gesellen (deshalb Schildläuse), beikommen kann z.B. Promanal Schild- und Wolllausfrei. Nach zwei bis drei Behandlungen ist das Problem gelöst, die Schildläuse ersticken an dem sie umgebenden Ölfilm. Mehr als eine Behandlung ist wegen der noch nicht geschlüpften Nachzügler nötig. Auch Gießmittel  können verwendet werden. Diese gehen das Problem auf chemischer Basis von innen an und vernichten zuverlässig alle saugenden Insekten.
  • Trauermücken, Weiße Fliege und andere fliegende Schadinsekten Trauermücken „Schwarze Fliegen“ kennt wohl jeder, der schon einmal Pflanzen besessen hat. Sie krabbeln gut zu sehen auf dem Substrat herum und legen ihre Larven in organischer, humushaltiger Erde ab. Deshalb sind sie für Lophophora in späterem Stadium kaum gefährlich wenn mineralische Erde mit nicht mehr als 1/4 Zuschlag humushaltiger Kakteenerde benutzt wird. Falls sie einmal bei benachbarten Kakteen (z.B. Trichocereus pachanoi, Pereskiopsis spathulata…) oder Pflanzen auftauchen, helfen verschiedene Gießmittel und Gelb-Sticker. Ob die handlichen Gelbsticker oder die großen Gelbtafeln verwendet werden hängt ganz von der Größe der Pflanzensammlung ab. Ebenfalls möglich ist eine (finger-) dicke Schicht Vogelsand, die auf das Substrat aufgefüllt wird. Die Fliegen schaffen es dann zum Eierlegen nicht mehr in das Substrat und umgekehrt kommen die geschlüpften nicht mehr raus. Diese Methode hat allerdings den Nachteil, dass der Vogelsand  mit der Zeit hässlich fleckig wird, da er unregelmäßig die Farbe des Substrates annimmt – irgendwann kann man es nicht mehr sehen und kratzt die Schicht mit dem Löffel wieder raus. Gelbsticker wirft man weg und fertig. Früher benutzte man Nikotinbrühe, die heute natürlich nicht mehr verwendet werden darf.

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Trauermücken bekämpft man wirksam mit Gelbtafeln oder Gelbstickern – hier bei Pereskiopsis spathulata

  • Milben, z.B. Spinnmilben, Rote Spinne Die bis zu 0,5mm großen Schädlinge sind wohl bei Lophophora williamsii eher die Ausnahme. Sie entwickeln sich am besten in trockener Wärme, also bevorzugt bei Zimmerpflanzen. Spinnmilben sind gut an ihrem extrem feinen Gespinst zwischen Blättern oder Dornen zu erkennen. Andere Arten (es gibt über 1.000!), erkennt man an Ihren Fraßschäden, und mit einer guten Lupe. An Kakteen entstehen fahle, gelbliche, milchige und braune Flecken. Die  Epidermis wirkt grindig, rissig, im Extremfall löchrig. Man kommt ihnen sehr gut mit entsprechenden Spritzmitteln bei. Wie bei den Schildläusen, muss mindestens zwei Mal behandelt werden um auch die noch aus den Eiern schlüpfenden Nachzügler zu vernichten.
Lophophora Milbenbefall

Lophophora williamsii, peyote mit Milbenbefall

  • Weichhautmilben Leider häufig verbreitet bei Lophophora-Arten, vor allem bei Lophophora williamsii und Lophophora williamsii caespitosa häufig zu entdecken. Die winzigen Weichhautmilben fühlen sich bei hoher Luftfeuchtigkeit und moderater Wärme (+/-20°C) am wohlsten. Sehr warme Temperaturen (ab ca. 28-30°C)  vertragen Weichhautmilben sehr schlecht und sterben incl. Eier und Larven in der Regel ab. Winterliche Temperaturen scheint die Weichhautmilbe dagegen gut wegzustecken, hier lässt aber offensichtlich die Aktivität nach. Es handelt sich um saugende Insekten, das verursachte Schadbild ist typisch für Milbenbefall (siehe oben, Milben, Spinnmilben, Rote Spinne). Am sichersten erkennt man daher einen Befall von Weichhautmilben an den äußeren Umständen. Herrscht vor oder während eines Befalls eine eher warm-feuchte Umgebung, handelt es sich in aller Regel um einen Befall mit Weichhautmilben. Auch das typische Gespinst, welches andere Milbenarten großzügig erzeugen, fehlt. Allenfalls wenige winzige Spinnfäden sind zu erkennen, diese treten bei Lophophora oft nur am Übergang zwischen Erde (Substrat) und Krone (Kaktuskopf) auf.


Milbenbefall von Weichhautmilben bei Lophophora williamsii


Schadbild Milbenbefall im fortgeschrittenen Stadium bei Lophophora williamsii caespitosa

  • Woll- /Schmierläuse und Wurzelläuse Die Woll- und Schmierläuse erkennt man an ihrem wolligem, wachsartigen Gespinst, das in der Regel in Erdnähe am Stamm und am Kakteenscheitel zu sehen ist. Beim Umtopfen erkennt man bei starkem Befall einen schmierigen Film an der Topfwand. Diese zähen Schädlinge sind durch ihre Wachsausscheidungen gut geschützt, was eine mehrmalige Behandlung in Abständen von etwa 14 Tagen nötig macht. Geeignete Spritz- und Gießmittel beheben das Problem zuverlässig. Ihre Verwandten, die Wurzelläuse sitzen ist weißen Nestern an den Wurzeln fest. Gründliche Reinigung der Wurzeln und anschließendes einsetzten in neues, trockenes Substrat sollte das Problem beheben. Nach 14 Tagen vorsichtshalber mit einem Gießmittel nachbehandeln.

Woll-/Schmierläuse auf Trichocereus pachanoi

Schadbild mit starken Schäden der Außenhaut an Kakteen, verursacht durch Wollläuse (Schmierläuse)

  • Wurzelälchen, Nematoden Sie sind an den Wurzeln durch unnatürliche Verdickungen zu erkennen. Die Wurzeln sind oft wie verkümmert und nicht mehr fein behaart. Wurzelälchen und Nematoden sind sehr radikal. Zu spät erkannt führt er zum sicheren Tod des Kaktus. Die Pflanzen fallen durch gelblich bis rot gefleckte Erscheinung und schwächlichem Gesamtbild auf. Da ich solche Schädlinge noch nicht zu beklagen hatte, kann ich nur allgemein bekannte Tipps weitergeben. Wurzel vom Substrat vollständig entfernen und in ein Wasserbad von ziemlich exakt 45 °C über 30 Minuten baden. Diese Schädlinge sind wärmeempfindlich, und sollen nach dieser Prozedur abgestorben sein. Wenn diese sanfte Kur nicht greift, hilft nur eine radikale Lösung, die in der Abtrennung der kranken Wurzel und Neubewurzelung besteht.

Info Neubewurzelung Lophophora siehe: Lophophora neu bewurzeln

c) Pilzerkrankungen

Schadbild einer Pilzerkrankung bei Lophophora williamsii mit zu hoher Düngung (zu sehen an dem aufgeblähten, ballonartigen Wuchs), zu wenig Licht (hochschießende Triebe) und dem falschem Substrat.
Bei den Pilzerkrankungen gibt es verschiedene Schadformen, die wichtigsten und häufigsten sollen hier kurz beschrieben werden. Allgemein gesagt, sind Pilzerkrankungen für alle Arten von Fäulnis an Kakteen verantwortlich.
Oftmals kommen sie von falscher Pflege z.B. übergießen oder zu feuchter Standort im Winter,  fehlender oder falscher Drainage oder schlicht falschem Substrat.
Zu retten sind befallene Pflanzen, wenn früh genug bemerkt, oftmals durch großzügiges Ausschneiden der befallenen Stelle, oder wenn das nicht mehr möglich ist, durch Kopfstecklinge.

Mehr Infos zur Neubewurzelung siehe: Lophophora neu bewurzeln

Ein Einsatz von systemisch wirkenden Pilzbekämpfungsmitteln ist ebenfalls in vielen Fällen erfolgreich.
Bei der Neubewurzelung kranker Kakteen muss unbedingt darauf geachtet werden, dass absolut kein befallenes Gewebe am Kopfsteckling übrig bleibt. Nur festes, unverfärbtes und gesundes Kakteenfleisch kann bewurzelt werden. Ich achte auch besonders auf das Leitbündel, welche bei Befall oftmals eine unnatürlich rot bis rotbraune Verfärbung zeigt. Beim Kopfsteckling lieber etwas mehr wegschneiden als zu wenig.

Hinweise:
– beim Entfernen von faulen Stellen nach jedem Schnitt Desinfektionsmittel an den Schneidwerkzeugen um eine Impfung der gesunden Teile durch berühren einzudämmen.
– ein vorsichtiges Umsetzen in trockenes, mineralisches Substrat kann als weitere Maßnahme sinnvoll sein, vor allem wenn das Substrat als Ursache für den Fäulnisbefall identifiziert ist. Das alte Substrat darf nicht mehr verwendet werden und gehört in den Müll (nicht in den Kompost).
– den Lophophora im Winter vor allem einige Zeit trocken halten. Besprühen und gießen (auch mit Fungiziden!) wirkt in dieser Jahreszeit erfahrungsgemäß oft kontraproduktiv.

Lophophora und Kakteen allgemein, bei denen Fäulnisprozesse beobachtet werden, sollten unverzüglich aus der Nachbarschaft von anderen Kakteen entfernt und separat gestellt werden.

  • Vermehrungspilz Dieser Pilz entsteht unter anderem in Aussaatschalen bei hoher Luftfeuchtigkeit und warmer Umgebung. Tritt er auf, hat man durchaus noch eine Chance die betreffende Saat zu retten. Nicht rechtzeitig entdeckt, werden die Keimlinge binnen 1-2 Tagen glasig und sterben ab. Falls dieser Pilz nach der Keimung auftaucht, erkennbar an einem weißen, wattigen Pilzgeflecht (regelmäßiges Überprüfen und lüften lohnt sich!), einfach das Pflanzgefäß öffnen und dann vollständig geöffnet lassen. Wenn die Keimlinge gerade erst aufgelaufen sind, muss dann annähernd täglich leicht mit Wasser nachgesprüht werden, um ein Austrocknen der Oberfläche zu verhindern. Sobald die Wurzeln etwas tiefer gewachsen sind, reicht wochenweises befeuchten. Die fehlende Luftfeuchtigkeit überlebt der Vermehrungspilz nicht. Unbefallene Lophophora-Keimlinge, gute Pflege und Beobachtung vorausgesetzt, haben eine Chance! Die Erde darf, wie bei allen Pilzerkrankungen, nicht mehr zur Aussaat verwendet werden. Die einzig wirksame Vorsorge gegen diesen Pilz ist ein nicht ständig zu nasses Substrat, Samen ohne Fruchtfleischreste, ausreichende Belüftung und düngefreie, nährstoffarme Aussaaterde.


Eine vom Vermehrungspilz befallene Aussaatschale kurz nach der Keimung – von den Keimlingen ist nach zwei Tagen schon nichts mehr zu sehen.

  • Wurzelfäule Kakteen werden weich, fallen zusammen. Äußerlich ist die Wurzelfäule  an braunen Stellen auf der Kakteenhaut (Epidermis) zu erkennen, die rasch größer werden. Rettung nur über Kopfstecklinge möglich, wenn früh genug erkannt, was sehr schwierig ist. Fallen die beschriebenen Symptome auf, ist es oft zu spät. Bei Lophophora caespitosa kann man Glück haben, denn meist sind nicht alle Köpfchen betroffen. Bei einzelnen Lophophora hatte ich schon Erfolg indem ich sie konsequent 4-6 Wochen  nicht mehr gegossen habe, sie konnten sich tatsächlich erholen. Vermutlich ist dies aber nur im absoluten Anfangsstadium der Erkrankung möglich. Übergießen der Kakteen ist neben der Verwendung von nicht ganz verrotteten pflanzlichen Zuschlägen die häufigste Ursache der Wurzelfäule. Die verfärbten Leitbündel sind beim Schneiden des Stecklings oft gut zu erkennen und der Steckling muss über die Verfärbung hinaus gekürzt werden. Wurzelfäule ist eine recht häufig vorkommende Pilzerkrankung.

Schadbild einer fortgeschrittenen Wurzelfäule bei Lophophora-williamsii, hier sind nicht nur die Leitbündel, sondern bereits alle Kakteenteile betroffen. Dieser Lophophora ist nicht mehr zu retten und eignet sich (wie auch das Substrat) nur noch für die Mülltonne.

  • Mehltau  Wie der Name schon sagt, ist diese Pilzerkrankung an ihrem weißen, mehligen Belag an der Oberfläche gut zu erkennen. Die betroffenen Teile sterben, einhergehend mit einer bräunlichen Verfärbung ab. Dieser Pilz ist relativ leicht zu bekämpfen. Sehr gute Abhilfe schaffen kupferhaltige Spritzmittel. Früher verwendete man auch ein Gemisch aus 1/4 Milch und 3/4 Wasser.

Trichocereus pachanoi cristata mit starkem Mehltau-Befall

Mehltau-Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt  vom meinem Gärtnerkollegen Andreas Muckel

  • Brennfleckenkrankheit  weit verbreitet bei allem, was Blätter hat. Für Lophophora nach meiner Erfahrung kein Problem. Beobachtet habe ich diesen Pilz allerdings schon bei Yucca. Da diese Pilzart unter vielen Pflanzen sehr verbreitet ist und auf Kakteen übergreifen kann ist er allerdings zu beobachten. Es entstehen kreisrunde, vertrocknete  Flecken, die in der Mitte hell- bis mittelbraun, an den Rändern dunkelbraun bis rotbraun gefärbt sind. Befallene Stellen werden großzügig abgeschnitten und entsorgt – in den Müll nicht auf den Kompost! Weiterhin spritze ich mit systemischen Fungiziden, wie sie im Gartenmarkt erhältlich sind. Die Brennfleckenkrankheit ist recht gut in den Griff zu bekommen.
  • Rostpilze Der Rostpilz ist eine Pilzerkrankung, welcher bei Lophophora (vor allem L. caespitosa) häufiger anzutreffen ist.Die Rostpilzerkrankung wird gefördert durch:
    – ständig feuchte Umgebungsluft (Standorte Küche, Bad, schlecht gelüftete Gewächshäuser)
    – häufiges benässen der Lophophora-Köpfe beim gießen (oder Tropfwasser von oben in Gewächshäusern)
    – eine ständig feuchte Kakteenerde, welche die Kaktuskrone (Kopf) oder die Ableger (Kindel) berührt

    Die Sporen übertragen sich durch Wind, Regenwasser und direkten Kontakt. Der Rostpilz ist leicht an seiner Farbe, welcher er seinen Namen verdankt, zu erkennen. In der Regel werden Kakteen von Mai-August vom Rostpilz befallen, ein Befall in der kalten Jahreszeit konnte ich allerdings auch schon beobachten. Um eine weitere Ausbreitung auf andere Pflanzen zu verhindern, sollte nach dem Entdecken des Schadbildes mit einem kupferhaltigen Fungizid behandelt werden. Bei Lophophora caespitosa können die befallenen Köpfe zusätzlich entfernt werden.
    Nach meiner Beobachtung kommen Lophophora-Kakteen gut mit dem Pilzbefall durch Rost zurecht – besonders der L. caespitosa verliert durch Rostpilze oftmals nur einige Triebe, überlebt eine Infektion (sogar unbehandelt) aber in den meisten Fällen. Die größte Gefahr geht  meines Erachtens von der Ausbreitung auf andere Kakteen und Pflanzen ihrer Sammlung aus.Folgende weitere Maßnahmen helfen die Ausbreitung von Rostpilzinfektionen zu verhindern:
    – befallene Kakteen von gesunden Kakteen trennen, nach der Berührung einer befallenen Pflanze Hände waschen und Geräte desinfizieren.
    – für eine trockene Umgebungsluft sorgen

Schadbild Rostpilz bei Lophophora williamsii durch feuchte Umgebungsluft.

Lophophora williamsii peyote mit typischer Rostpilzerkrankung der äußeren, erdnahen Köpfe.