Inhalt:

a) Lophophora bewurzeln – Anmerkungen

b) Lophophora bewurzeln in der Praxis

a) Lophophora bewurzeln – allgemeine Anmerkungen

Die Neubewurzelung von Lophophora kann notwendig sein, bei:

  • Wurzelfäule oder Parasitenbefall der Wurzel
  • Neubewurzelung nach dem entpfropfen (degrafting)
  • Vermehrung von Lophophora (caespitosa) über Seitensprosse

Lophophora ab einer Größe von etwa 1,5-2cm können recht gut neu bewurzelt werden. Kleinere Lophophora schaffen die Bewurzelung oft nicht, da sie vorher austrocknen. Sollen sehr kleine Lophophora-Köpfe am Leben gehalten oder vermehrt werden, so empfiehlt sich die Pfropfung (siehe Kapitel: Lophophora, Peyote pfropfen)

Lophophora caespitosa, typische Wurzelbildung nach Neubewurzelung

Lophophora caespitosa, typische Wurzelbildung nach Neubewurzelung

b) Lophophora neu bewurzeln in der Praxis

Die Neubewurzelung von Lophophora direkt im Substrat gelingt am sichersten in der warmen, hellen Wachstumszeit von Frühjahr bis Sommer. Im Winter kann die Wurzelbildung über Pflanzenlampen angeregt werden, dabei ist eine Temperatur ab 18°C förderlich.

Füllen Sie zur Bewurzelung von Lophophora ein sauberes Gefäß ca. 3-5 cm hoch mit einem mineralischen, trockenen und körnigen Substrat welches nicht verdichtet und schön luftig bleibt. Ich verwende in aller Regel reines Perlit, aber auch Bims, Zeolith, Akadama und ähnlich körnig-luftige Materialien sind sehr gut geeignet. Auch mit dem feineren Vogel- oder Quarzsand habe ich gute Erfahrung gemacht.

Glätten Sie die Oberfläche ohne das Bewurzelungssubstrat dabei zu verdichten, es soll locker und porig bleiben.

Muss der neu zu bewurzelnde Lophophora (folgend Lophophora-Steckling) noch erst geschnitten werden, empfehle ich die frische Schnittfläche mit einem Wurzelaktivator zu bestäuben und die Schnittfläche danach noch einige Tage trocknen zu lassen. Bewurzelungspulver/Wurzelaktivator wirkt durch die Anregung der Zellteilung und erzeugt damit eine schnellere, kräftigere Wurzelbildung.
Hat man dagegen einen Lophophora-Steckling mit bereits trockener Schnittfläche muss nichts unternommen werden, die Bewurzelung kann sofort beginnen.

Mit einem Holzstäbchen kratzen Sie ein sehr flaches Loch von wenigen Millimetern in die vorbereitete, glatte Substratoberfläche. Die entstehende Mulde kann mit etwas Wurzelaktivator bestäubt werden. Dann setzen Sie den Lophophora-Steckling hinein. Wenn der Steckling mit dem unteren Viertel im Substrat eingebettet ist, ist die Tiefe richtig.

Nun ist alles getan und das Gefäß mit den neu zu bewurzelnden Lophophora an einen hellen und mäßig warmen Platz gestellt. Versuchen Sie bei bei der Standortwahl von Lophophora-Neubewurzelungen extremes Licht (vollsonnig) und übermäßige Hitze zu vermeiden. Dies gilt vor allem dann wenn kleine Lophophora neu bewurzelt werden.

Wichtigste Regel: Lophophora nicht während der Neubewurzelung gießen. Lophophora wird trocken bewurzelt. Das erste Wässern des Bewurzelungssubstrates erfolgt erst dann, wenn die ersten Wurzeln erscheinen. In einer sehr starken Hitzeperiode ohne Aussicht auf einen besseren Standort kann die Neubewurzelung aber gelegentlich oberflächlich leicht mit Wasser benebelt werden.

Etwa ab der 8. Woche kann man den Lophophora-Steckling vorsichtig aus dem trockenen Substrat nehmen um nachzusehen, ob sich bereits winzige Wurzeln gebildet haben. Ist dies der Fall, kann in trockene und mineralische Erde umgetopft werden. Nach dem Umtopfen bitte vorsichtshalber gut noch 10 Tage vor dem ersten gießen abwarten. Danach kann bedenkenlos gegossen und gedüngt werden.

Lophophora williamsii, erfolgreiche Neubewurzelung in Perlit und Wurzelaktivator – Ergebnis nach etwa 10 Wochen

Peyote Bewurzelung in Vogelsand

Peyote Bewurzelung in Vogelsand, nicht ganz 3 Monate nach dem Schnitt

Ein luftiges Bewurzelungssubstrat, wüchsige Jahreszeit (oder Pflanzenlampen + Wärme) und ggfs. ein guter Wurzelaktivator garantieren den Erfolg der Neubewurzelung.